Tsunami, Trümmer, Trauma | Deutschland | DW | 05.10.2018
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Nothilfe

Tsunami, Trümmer, Trauma

Nach der Zerstörung durch Erdbeben und Tsunami läuft auf der indonesischen Insel Sulawesi die internationale Hilfe an. Auch Deutschland engagiert sich. Auch die Hilfsorganisation der ist Malteser vor Ort.

Es fehlt an allem. Lebensmittel, Medikamente, sauberes Wasser, all dies brauchen die Bewohner auf der Insel Sulawesi. Durch das Erdbeben vom vergangenen Freitag kamen über 1400 Menschen ums Leben, rund 60.000 Menschen haben ihre Häuser verloren und 190.000 sind auf Nothilfe angewiesen. Die ist inzwischen auch angelaufen. 

Auch Deutschland beteiligt sich daran. Die Bundesregierung stellte als Sofortmaßnahme rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Im Auswärtigen Amt wurde ein Krisenstab eingerichtet. Ein Nothilfe-Team von "Malteser International" traf bereits in Indonesien ein. "Wir werden uns uns vor allem auf die Wasserversorgung konzentrieren", sagt Oliver Hochedez, Nothilfekoordinator der Organisation. "Wir können für mehrere zehntausend Menschen sauberes Wasser bereitstellen."

So furchtbar der Tsunami auch ist: Hilfsorganisationen haben im Umgang damit eine gewisse Routine entwickelt. Bei vielen Naturkatastrophen gleiche sich das Bild, erklärt Nothilfekoordinator Hochedez. Es brauche grundlegende Hilfsgüter. Eine besondere Erschwernis gibt es in Sulawesi allerdings: Die Energieversorgung ist über weite Teile zusammengebrochen.

Karte Sumba Erdbeben Indonesien EN

Die indonesische Insel Sulawesi liegt östlich von Borneo und ist für ihre Korallenriffe bekannt

Stromnetz zerstört

"Es gibt kaum schweres Gerät und praktisch keinen Treibstoff", zitiert die Nachrichtenagentur dpa den Leiter der staatlichen Suchtrupps in der Stadt Palu, Nugroho Budi Wiryanto. "Das macht uns die Rettung von Opfern sehr schwer." Zudem fehle es vielerorts weiterhin an Strom. Zwar sei der Flughafen der Stadt Palu mittlerweile wieder geöffnet. Allerdings könnten dort längst nicht alle erforderlichen Maschinen landen.

"Die Wiederherstellung der Energieversorgung ist enorm wichtig. Denn nur dann können Räumungsfahrzeuge eingesetzt werden, die den Weg in die zerstörten Gebiete freimachen", sagt Hochedez. "Erst dann kann die eigentliche Hilfe anrollen."

Die Malteser sind eine von vielen Hilfsorganisationen, die nach Indonesien kommen. Sie alle arbeiten mit dem Koordinierungssystem der Vereinten Nationen zusammen. Das System ist nach dem Tsunami 2004 entstanden. Es unterteilt die Hilfe in verschiedene Sektoren wie Gesundheit, Wasserversorgung, Telekommunikation, Logistik und Medizin.

Das UN-System koordiniert die Hilfe auch auf regionaler Ebene. "Es gibt darüber Auskunft, wo es zum Beispiel Dörfer gibt, in denen noch keine Hilfsorganisation präsent ist, in denen die Menschen noch keine Hilfe erreicht hat", umreißt Hochedez die Vorgehensweise. In diese Arbeit sei auch die indonesische Regierung eingebunden. Allerdings stehe das dortige System noch ganz am Anfang.

Indonesien nach Erdbeben läuft Hilfe an (Reuters/D. Whiteside)

Per Hubschrauber wird die Bevölkerung in dem Katastrophengebiet mit Nahrungsmitteln versorgt

Hohe Spendenbereitschaft erwartet

Nothilfekoordinator Hochedez hofft auf Spenden aus Deutschland. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade bei Naturkatastrophen die Bereitschaft zu helfen, sehr groß ist." Die Bewohner auf Sulawesi seien sowohl auf  schnelle Nothilfe als auch auf langfristige Unterstützung angewiesen, denn, so Hochedez, es gebe eine Reihe von Nachbeben: "Der Vulkan Soputan ist ausgebrochen, und in vielen Orten ist das Ausmaß der Zerstörung noch unbekannt."

Das Ausmaß des Schadens könne viel größer sein als derzeit angenommen. Momentan seien indonesische Teams vor allem damit befasst, den Schaden zu beziffern. Erst wenn diese Arbeit abgeschlossen sei, könnten die internationalen Hilfsteams sich um den Wiederaufbau kümmern. Dann, so Hochedez, gehe die eigentliche Arbeit erst los.

BdTD Indonesien Moschee nach Tsunami in Sulawesi (Imago/ZumaPress/H. Hafid)

Land unter: Nach dem Erdbeben und Tsunami droht die Arkam Babu Rahman Moschee in den Fluten zu versinken

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