Wie bewegen sich die Deutschen fort? | Wirtschaft | DW | 14.11.2018
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Verkehr

Wie bewegen sich die Deutschen fort?

Jeder Mensch bewegt sich irgendwie fort. Aber wie genau machen das die Deutschen eigentlich? Eine Mobilitätsstudie der Bundesregierung liefert überraschende Einsichten: Jeder Dritte zum Beispiel geht sehr gern zu Fuß.

Das erste und vielleicht wichtigste Ergebnis der großen Mobilitätsstudie: Fast alle Deutschen sind tagtäglich irgendwie außer Haus unterwegs. Bei knapp 83 Millionen Bewohnern im Land sind das folglich eine ganze Menge. Die Untersuchung, die im Jahre 2017 im Auftrag der Bundesregierung vom Meinungsforschungsinstitut "infas" durchgeführt wurde, sagt es aber noch genauer: Werktags sind genau 88 Prozent aller Bundesbürgerinnen und Bundesbürger unterwegs, an Sonntagen sind es etwas weniger, nämlich genau 73 Prozent.

BdT Fußgänger überweg (picture-alliance/chromorange/SPA)

JedeR dritte geht gern zu Fuß.

 43 Millionen Autos

Die Erhebung soll bei der Verkehrsplanung helfen und wurde bereits 2008 und 2002 so durchgeführt. Einige Veränderungen in der Art, wie die Deutschen sich fortbewegen, werden so deutlich. Noch immer ist das Auto das bei weitem wichtigste Transportmittel: In den deutschen Haushalten gibt es alles in allem 43 Millionen Autos. "Anders als 2008 kommt damit mehr als ein Auto auf jeden Haushalt", heißt es in dem Report. Auch andere Veränderungen fallen in den Blick: Immer mehr ältere Frauen erledigen jetzt ihre Wege mit dem Auto; immer weniger Menschen unter 30 Jahren nutzen das Auto oder haben auch nur einen Führerschein.

Straßenaufteilung wird neu geregelt (picture-alliance/dpa/P. Zinken)

Fortbewegung? Vor allem mit dem Auto

Wie bei allen Fragen in Sachen Mobilität sind auch hier die Unterschiede zwischen Stadt und Land in Deutschland beträchtlich: In den Metropolen haben vier von zehn Haushalten gar kein Auto. In besonders ländlich geprägten Gegenden gehört ein Auto dagegen zur Grundversorgung. In neun von zehn Haushalten gibt es ein Auto. Bundesweit verfügt übrigens jeder vierte Haushalt über mehr als ein Auto. Das gemeinsam genutzte Auto beim sogenannten car-sharing spielt dabei keine große Rolle: Zwar ist in den Metropolen fast jeder zehnte Haushalt Mitglied einer Carsharing-Organisation - aber davon nutzen vier von zehn das Angebot fast nie und auch die anderen meist nur gelegentlich.

72 Millionen Fahrräder

Die genaue Verteilung der verschiedenen Verkehrsmittel zeigt der sogenannte "Modal Split" - in den Zahlen der Erhebung sieht er für 2017 so aus: "22 Prozent für ausschließlich zu Fuß zurückgelegte Wege, 11  Prozent  für  das  Fahrrad,  43  Prozent  für  Wege der Pkw-Fahrer sowie 14 Prozent für die der Pkw-Mitfahrer. Der öffentliche Verkehr einschließlich  des  Fernverkehrs  erreicht  einen  Anteil  von 10 Prozent  des  Verkehrsaufkommens."

BG Verhalten bei Gewitter Regenschauer (picture-alliance/dpa/F. Gentsch)

72 Millionen Fahrräder in Deutschland

Der Verkehr mit Bus, Tram und Bahn rangiert damit am Ende der Liste. Fast ein Viertel aller Bundesbürger nehmen den öffentlichen Nahverkehr gar nicht in Anspruch, immerhin 22 Prozent haben eine Monatskarte oder ähnliches in der Tasche. Allerdings wächst der Anteil derer, die mit Bus und Bahn oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, im Vergleich zur letzten Erhebung etwas.

Überhaupt, das Fahrrad -  es gibt sehr, sehr viele davon in Deutschland: über 72 Millionen, das sind gut 5 Millionen mehr als 2002. Nur in jedem fünften Haushalt gibt es gar kein fahrtüchtiges Rad. Der Fahrrad-Anteil am sogenannten Modal Split steigt aber nur leicht von 9 auf 10 Prozent der zurückgelegten Strecken. Und bei aller Veränderungen, eines bleibt: Weiterhin fast 60 Prozent aller zurückgelegten Wege  werden in privaten Autos zurückgelegt.   

ar/dk (Quelle: infas)        

 

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