WHO: Tropenkrankheiten weiter zurückgedrängt | Aktuell Welt | DW | 19.04.2017
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Gesundheitsfürsorge

WHO: Tropenkrankheiten weiter zurückgedrängt

Die WHO meldet im Kampf gegen 18 sogenannte vernachlässigte Tropenkrankheiten große Erfolge. Rund eine Milliarde Menschen wurden 2015 gegen die meist von Parasiten ausgelösten Erkrankungen behandelt.

Indonesien Dengue Fieber Patient im Krankenhaus (Getty Images/D. Ardian)

Patient mit Dengue Fieber

Durch koordinierte Anstrengungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Hilfsorganisationen und Pharmaunternehmen seien in den vergangenen zehn Jahren "beispiellose Fortschritte" im Kampf gegen diese lange Zeit vernachlässigten Krankheiten erzielt worden, teilte WHO-Chefin Margaret Chan in Genf mit. Im Jahr 2010 seien noch zwei Milliarden Menschen von diesen Tropenkrankheiten bedroht gewesen, nun seien es noch 1,6 Milliarden. Pro Jahr sterben an ihnen noch etwa 170.000 Menschen.

Die Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates war führend an der Kooperation beteiligt. Gates sprach angesichts der Ergebnisse von einem "Meilenstein in der globalen Gesundheit", der durch gemeinsame und abgestimmte Anstrengungen erreicht worden sei.

Bei den Krankheiten handelt es sich um Leiden wie Dengue-Fieber, die Schlafkrankheit, Flussblindheit, Elefantiasis oder den parasitären Guinea-Wurm. Zur ihrer Behandlung stehen eigentlich effektive Therapien zur Verfügung, die den zumeist armen Patienten in Entwicklungsländern aber oft nicht zugänglich sind. Außerhalb tropischer Regionen sind diese Krankheiten kein Problem.

Konzertierte Aktion

Im Jahr 2012 vereinbarten WHO, Regierungen und Pharma-Konzerne in einer Londoner Erklärung einen gemeinsamen Kampf gegen diese Krankheiten. Die Konzerne haben seitdem jedes Jahr mehrere hundert Millionen Behandlungsdosen bereitgestellt, so dass im Jahr 2015 eine Milliarde Menschen wegen mindestens einer dieser 18 Krankheiten behandelt werden konnte.

Einige Krankheiten fast ausgerottet

Bei einigen der schlimmsten Krankheiten vermeldete die WHO nun große Erfolge: Im vergangenen Jahr seien nur noch 25 Fälle von Infektionen mit dem Guinea-Wurm registriert worden, der sich durch den Körper des Infizierten frisst. Im Jahr 1989 hatte es noch 900.000 Infizierte gegeben. Bei den nur noch wenigen registrierten Erkrankungen durch diesen Parasiten könne davon ausgegangen werden, dass diese Tropenkrankheit kurz vor der Ausrottung stehe, erklärte die WHO.

Laut WHO wurden im Jahr 2015 rund 556 Millionen Menschen vorbeugend gegen die Elefantiasis behandelt. Die Infektions-Krankheit führt zu einer abnormen Vergrößerung von Körperteilen.

Mehr als 114 Millionen Menschen hätten 2015 medizinische Hilfe gegen die Flussblindheit erhalten. Die Flussblindheit wird durch Würmer ausgelöst und kann zu einer völligen Erblindung führen.

Auch bei der afrikanischen Schlafkrankheit vermeldete die WHO Erfolge: Im Jahr 2015 seien weniger als 3000 Fälle der parasitären Krankheit gemeldet worden, im Jahr 1999 waren es noch 37.000 Fälle. Die Patienten fallen in einen Dämmerzustand, ohne Behandlung sterben sie fast immer. Auch hier sei eine Ausmerzung der Krankheit in Reichweite.

Bis Samstag kommen in Genf Vertreter der WHO, von Regierungen, von Hilfsorganisationen, aus Hochschulen und der Industrie zusammen, um fünf Jahre nach der Erklärung von London über weitere medizinische Maßnahmen zu beraten.

qu/fw (epd, afp)