WHO schlägt Alarm: Deutsche sind Bewegungsmuffel | Aktuell Welt | DW | 04.09.2018
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Fitness

WHO schlägt Alarm: Deutsche sind Bewegungsmuffel

Nach einer neuen Studie der WHO bewegen sich viele Deutsche viel zu wenig. Allgemein nimmt die Zahl der Couchpotatoes zu - vor allem in den Industrieländern. Besser ist die Lage in Afrika und Asien.

Deutschland Kinder Sport Übergewicht (picture-alliance/dpa/D. Bockwoldt)

Auch Kinder treiben immer weniger Sport

Nicht nur als Fußballweltmeister ist Deutschland entthront - auch im Alltag werden die Deutschen deutlich fauler. Nach einer neuen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO treiben immer mehr Deutsche zu wenig Sport und bewegen sich insgesamt zu wenig.

Wie aus dem im Fachmagazin "The Lancet Global Health" veröffentlichten Bericht hervorgeht, bewegten sich 42,2 Prozent der Deutschen im Jahr 2016 nicht ausreichend. Unter den vergleichbaren Staaten sind nur die Portugiesen, Neuseeländer und Zyprer fauler. Deutschland gehört damit zu den wenigen Staaten, in denen der Bewegungsmangel zwischen 2001 und 2016 um mehr als 15 Prozent anstieg.

Faule leben in reichen Ländern

Weltweit betrachtet liegt der Anteil der Bewegungsmuffel bei 27,5 Prozent. In einkommensstarken westlichen Ländern war zuletzt ein Anstieg zu erkennen. In ärmeren Ländern bewegen sich dagegen deutlich mehr Menschen ausreichend als in den reicheren. Nach Ansicht der WHO ist körperlich ausreichend aktiv, wer sich in der Woche 150 Minuten bewegt oder 75 Minuten Sport treibt. Um durch Sport oder Bewegung die Gesundheit zu verbessern, sollten sich Erwachsene laut WHO allerdings doppelt so viel bewegen.

Deutschland übergewichtiges Kind Symbolbild (picture-alliance/dpa/R. Hirschberger)

Die WHO warnt vor den Folgen von Bewegungsmangel

Die positivsten Entwicklungen wurden zwischen 2001 und 2016 in Ost- und Südostasien festgestellt. Afrika gilt allgemein als bewegungsfreudiger Kontinent: Die wenigsten Probleme mit körperlich inaktiven Menschen wurden in Uganda (5,5 Prozent), Mosambik, Lesotho und Tansania festgestellt, die größten in Kuwait (67 Prozent), Amerikanisch-Samoa, Saudi-Arabien und Irak. In diesen vier Ländern waren auch die Unterschiede zwischen Männern und Frauen auffällig groß; Frauen bewegten sich dort deutlich weniger. Die größten Unterschiede zwischen den Geschlechtern gab es in Bangladesch (16 zu 40 Prozent), Eritrea (14 zu 31 Prozent) und Indien (25 zu 44 Prozent). In Deutschland gelten 40,2 Prozent aller Männer und 44,1 Prozent aller Frauen als Stubenhocker.

WHO: Mehr laufen, mehr Fahrrad fahren!

Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die körperliche Aktivität der Weltbevölkerung bis 2030 deutlich zu steigern. Wenn sich die aktuellen Trends allerdings nicht veränderten, werde das Ziel nicht erreicht, heißt es in der Studie. Es müssten dringend Maßnahmen getroffen und Anreize geschaffen werden, damit sich die Menschen mehr bewegten.

Als Konsequenz aus der Studie fordert die WHO die Politik auf, die körperliche Aktivität der Bevölkerung zu fördern. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt unter anderem vor, die Sicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu verbessern und für mehr Sportangebote und Sportstätten zu sorgen.

Der WHO-Bericht basiert auf 358 Einzelstudien aus 168 Ländern mit insgesamt knapp zwei Millionen Studienteilnehmern.

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Bewegungsmangel - gefährlich für Körper und Kopf

mm/ww (dpa, The Lancet Global Health)

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