WHO: ″Keine Rückkehr zur Normalität″ | Aktuell Welt | DW | 13.07.2020
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COVID-19

WHO: "Keine Rückkehr zur Normalität"

Die Corona-Pandemie kann sich laut Weltgesundheitsorganisation noch deutlich verschärfen. Zu viele Länder seien im Umgang mit dem Virus auf dem falschen Weg, warnt WHO-Chef Tedros. Ein Negativbeispiel sind die USA.

Symbolbild Deutschland Coronavirus Sommerferien (picture-alliance/dpa/M. Becker)

Oberstes Gebot: Abstandhalten, hier auf einer Wiese am Düsseldorfer Rheinufer

"Lassen Sie es mich offen sagen, zu viele Länder gehen in die falsche Richtung, das Virus bleibt Staatsfeind Nummer eins, aber das Verhalten vieler Regierungen und Menschen spiegelt das nicht wider", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Online-Pressekonferenz in Genf. Die Corona-Pandemie werde "schlimmer und schlimmer und schlimmer werden", wenn sich die Menschen nicht an grundlegende Vorsichtsmaßnahmen halten würden: Abstandsregeln beachten, Händewaschen und Masken tragen. Es werde in absehbarer Zukunft "keine Rückkehr zur Normalität" geben, betonte Tedros.

Kalifornien macht Lockerungen weitgehend rückgängig

Wegen rasch ansteigender Neuinfektionen macht Kalifornien, der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat, viele Lockerungen seiner Corona-Auflagen wieder rückgängig. Bars und Kinos müssen schließen, Restaurants dürfen in geschlossenen Räumen keine Gäste mehr bewirten, wie Gouverneur Gavin Newsom erklärte. Besonders stark betroffene Kreise müssen zudem Kirchen, Fitnessstudios und Frisörläden dichtmachen.

Am Sonntag etwa hatten die Behörden rund 8500 bestätigte Neuinfektionen und 72 Todesfälle gemeldet. Insgesamt gibt es in dem Bundesstaat an der US-Westküste bislang mehr als 320.000 Infektionen. Auch in anderen Bundesstaaten, darunter Florida, Texas und Arizona, steigt die Zahl der Neuinfektionen derzeit weiter rasant an.

Schweiz Genf WHO Treffen | Tedros Adhanom Ghebreyesus (picture-alliance/Xinhua/WHO)

Lange galt WHO-Chef Tedros als Corona-Verharmloser, bis er die Kehrtwende vollzog

Der US-Seuchenexperte und Regierungsberater Anthony Fauci macht einen unvollständigen Lockdown für den neuen Anstieg der Fälle in den Vereinigten Staaten verantwortlich. "Wir haben nicht komplett heruntergefahren und das ist der Grund, warum die Zahlen wieder hochgegangen sind", sagte er bei einer Veranstaltung von Stanford Medicine. Fauci teilt die Einschätzung des WHO-Chefs über erfolgversprechende Maßnahmen gegen die Virusausbreitung. Mit ausreichendem Abstand zu den Mitmenschen, dem Tragen von Masken, dem Meiden von Menschenansammlungen und Händewaschen lasse sich die Situation wieder in den Griff bekommen, sagte Fauci.

Dem Weißen Haus passen Faucis Aussagen gar nicht. Laut Medienberichten verfolgt man ich Washington einen neuen Plan: Die Diskreditierung des renommierten Immunologen. Wie unter anderem die "Washington Post" und der Nachrichtensender CNN berichten, verteilte ein Vertreter des Weißen Hauses am Wochenende eine Liste mit Beispielen, in denen Fauci mit seinen Einschätzungen zum Coronavirus falsch gelegen haben soll.

Die Zahl der weltweit bekannten Infektionen mit SARS-CoV-2 hat nach Daten der Johns-Hopkins-Universität die Schwelle von 13 Millionen Menschen überschritten. Damit nahm die Zahl binnen fünf Tagen um eine Million zu. Die Zahl der Todesfälle liegt demnach bei knapp 571.000.

qu/ie (afp, ap, rtr)

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