WhatsApp schränkt Weiterleiten von Nachrichten ein | Aktuell Welt | DW | 22.01.2019
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Telekommunikation

WhatsApp schränkt Weiterleiten von Nachrichten ein

Um die Verbreitung von Falschnachrichten einzudämmen, können Botschaften nur noch begrenzt weitergeleitet werden. Indien hatte zuvor Druck auf das Unternehmen ausgeübt, nachdem es zu Lynchmorden gekommen war.

Mit den neuesten WhatsApp-Versionen können einzelne Nachrichten ab sofort nur noch an fünf Empfänger weitergeleitet werden, teilte das Facebook-Tochterunternehmen mit. Damit konzentriere sich WhatsApp auf den privaten Austausch von Botschaften mit "engen Kontakten". Bislang konnte eine Nachricht bis zu 20 Mal weitergeleitet werden.

Mehr als 20 Menschen in Indien gelyncht

Eine solche Beschränkung wurde bereits im Juli in Indien eingeführt. Dort war zum Beispiel ein gekürztes Video, das eigentlich von einer Organisation zur Aufklärung über die Gefahren von Kindesentführungen erstellt worden war, massenweise verbreitet worden. Das Ende des Videos, in dem die Kinder mit einer Warnung vor Fremden wieder zurück gebracht wurden, war herausgekürzt. In der Folge kam es zu zahlreichen Angriffen von aufgebrachten Mobs auf vermeintliche Kindesentführer. Mehr als 20 Menschen wurden gelyncht.

Die Gerüchte waren über WhatsApp und Soziale Netzwerke verbreitet worden. Daraufhin appellierte die indische Regierung an das Unternehmen, die Funktion des Weiterleitens einzuschränken.Im vergangenen Sommer hatte die indische Regierung das US-Unternehmen aufgefordert, sofort Maßnahmen zu ergreifen. Indien zählt mit mehr als 200 Millionen Nutzern als größter Markt für WhatsApp weltweit.

65 Milliarden Nachrichten von 1,5 Milliarden Nutzern

WhatsApp hat nach eigenen Angaben weltweit rund 1,5 Milliarden Nutzer, die Tag für Tag 65 Milliarden Nachrichten verschicken. Zuletzt sah sich das Unternehmen, das seit 2014 zu Facebook gehört, vermehrt mit der Verbreitung von Falschmeldungen konfrontiert. Auch beim Wahlkampf in Brasilien im Sommer 2018 soll WhatsApp vom Team des siegreichen Kandidaten Jair Bolsonaro genutzt worden sein, um nicht zutreffende Gerüchte über die Gegenkandidaten zu verbreiten.

sti/djo/ie (afp, rtr)

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