Wettbetrug: Belgien droht Fußballskandal | Sport | DW | 10.10.2018
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Razzien in sieben Staaten

Wettbetrug: Belgien droht Fußballskandal

In der ersten belgischen Liga sollen Spiele in großem Stil verschoben worden sein. Die Polizei durchsucht die Räumlichkeiten belgischer Topklubs und nimmt unter anderen den Trainer von Meister FC Brügge fest.

Razzia beim FC Brügge (Getty Images/AFP/K. Desplenter)

Razzia beim belgischen Meister FC Brügge

Ermittler sind offenbar einem Korruptionsskandal ungeahnten Ausmaßes im belgischen Fußball auf die Spur gekommen. Am Mittwochvormittag nahm die belgische Polizei prominente Protagonisten der höchsten belgischen Liga, der Jupiler Pro League, fest. Darunter war auch der Kroate Ivan Leko, Trainer des FC Brügge - amtierender Meister und Gegner von Borussia Dortmund in der Champions League. Außerden gehört der Iraner Mogi Bayat, der wohl bekannteste Spielerberater des Landes, zu den Verhafteten. Er soll angeblich auch der Strippenzieher bei den Betrügereien sein.

Es geht um Geldwäsche und Spielmanipulationen im großen Stil. Auch diverse Erstliga-Schiedsrichter, darunter die beiden FIFA-Referees Sebastien Delferiere und Bart Vertenten, wurden in Gewahrsam genommen.

Razzien in sieben Staaten

Brüssels Trainer Ivan Leko (Getty Images/D. Ramos)

Brügge-Trainer Ivan Leko gehört zu den Verdächtigen

Es handelte sich um einen koordinierten Großeinsatz der Polizei in sieben europäischen Staaten. Belgische Medien berichteten, unter anderem seien die Räumlichkeiten der Topklubs FC Brügge, RSC Anderlecht und Standard Lüttich  durchsucht worden. Auch in Frankreich, Luxemburg, Zypern, Montenegro, Serbien und Mazedonien gab es Razzien.

Vorausgegangen waren monatelange Ermittlungen. Ende 2017 hatte die Abteilung Sportbetrug der belgischen Bundespolizei Hinweise auf verdächtige finanzielle Transaktionen in der ersten Liga erhalten. Nach aktuellem Kenntnisstand wurden einige Spiele der Saison 2017/18 verschoben. "Die Spielabsprachen untergraben die Integrität des Sports", sagte Justizminister Koen Geens. Außerdem sollen Einnahmen aus Transfers am Finanzamt vorbeigeschleust worden sein.

sn/asz (afp, dpa)

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