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Politik

Weltärztepräsident warnt vor Reisefreiheit

19. Mai 2020

Geht es nach Außenminister Maas, müssen die Deutschen - trotz Corona - ihren Traum vom Sommerurlaub in der EU nicht begraben. Vernünftiger wäre das aber, betont Frank Ulrich Montgomery.

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Traumstrände Europa Spanien Mallorca Plaja de Muro
Bild: picture-alliance/dpa/J. Stratenschulte

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat vor einer zu raschen Öffnung der innereuropäischen Grenzen für den Tourismus gewarnt. "Ich würde der Regierung raten, die Grenzen geschlossen zu halten - und zwar in beiden Richtungen." Und er ergänzte: "Aus gesundheitlichen Gründen wäre es das Beste, die Menschen blieben an ihrem Wohnort."

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte am Montag für einen "kontrollierten Wiedereinstieg in den europäischen Tourismus" im Sommer plädiert. Voraussetzung sei ein koordiniertes Vorgehen der Staaten, sagte Maas nach einer Videokonferenz mit seinen Kollegen aus zehn wichtigen Urlaubsländern der Europäischen Union. Mitte Juni möchte Maas die Reisewarnung für EU-Staaten aufheben.

Frank Ulrich Montgomery
Frank Ulrich Montgomery stellt die bange Frage: "Wer öffnet weiter, wer öffnet schneller?"Bild: picture alliance/dpa/P. Seeger

Neue Infektionswelle?

Montgomery befürchtet in diesem Zusammenhang einen gefährlichen Wettlauf. Die anvisierten Lockerungen für Urlauber bereiteten ihm große Sorge, weil sie einen Überbietungswettbewerb darin einleiteten, welches Land sich "weiter" und "schneller" öffne. Durch den Reiseverkehr steige das Risiko einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle. Sie würde härter sein als die erste, "weil wir nicht mehr so vorsichtig sein werden", meinte der Weltärztepräsident.

Riskant sei die neue Reisefreiheit auch durch die zu erwartende Zunahme von Reisen in die Bundesrepublik: "Wenn jetzt wieder Touristen nach Deutschland kommen, steigt auch die Infektionsgefahr", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Grenzöffnungen seien deswegen verfrüht. "Die Regierung handelt hier ausschließlich aus ökonomischen Gründen - und unterschätzt dabei die gesundheitlichen Risiken", kritisierte er. "Wir können noch nicht zurück zur Normalität."

wa/no (dpa, afp, rtr)

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