Weltbevölkerung wächst auf 7,6 Milliarden | Aktuell Welt | DW | 21.12.2018
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Menschheit

Weltbevölkerung wächst auf 7,6 Milliarden

Zum Jahreswechsel werden laut Schätzungen rund 83 Millionen Menschen mehr auf der Erde leben als Anfang 2018. Die Weltbevölkerung ist damit binnen eines Jahres etwa um die Einwohnerzahl Deutschlands gewachsen.

Südsudan Neugeborenes in Juba (Getty Images/AFP/S. Glinksi)

Neugeborenes im südsudanesischen Juba

In der Nacht zum 1. Januar 2019 werden nach Schätzungen der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW) deutlich über siebeneinhalb Milliarden Menschen - nämlich 7.674.575.000 Menschen - auf der Erde leben. Den Berechnungen der Stiftung zufolge kommen bei einer Differenz aus Geburten minus Todesfälle jede Sekunde durchschnittlich 2,6 Erdenbürger hinzu. Dabei ist die Weltbevölkerung im Schnitt sehr jung: Mit rund 26 Prozent ist mehr als ein Viertel der Erdenbürger jünger als 15 Jahre. 65 Prozent der Menschen sind zwischen 15 und 64 Jahre alt. Lediglich neun Prozent sind älter als 64.

Es wird immer enger auf der Erde

Ein Blick zurück zeigt, welche Dynamik das Bevölkerungswachstum erreicht hat: Erst 1804 wurde die erste Milliarde übersprungen, 1927 die zweite Milliarde und schon 1959 die dritte. "2011 waren wir noch sieben Milliarden Menschen, im Jahr 2050 werden wir 9,8 Milliarden und im Jahr 2100 rund 11,2 Milliarden sein", prognostizieren die Bevölkerungswissenschaftler.

Besonders stark wächst laut Vereinten Nationen und DSW die Bevölkerung in Afrika. Dort wird sie sich nach aktuellen Prognosen der Vereinten Nationen von heute rund 1,3 Milliarden Menschen auf voraussichtlich rund 2,5 Milliarden im Jahr 2050 fast verdoppeln.

Die DSW versucht die derzeitige Verteilung der Erdenbürger bildlich darzustellen: Wenn die Welt ein Dorf mit nur 100 Einwohnern wäre, wären davon derzeit 59 aus Asien, 17 aus Afrika, zehn aus Europa, acht aus Lateinamerika, fünf aus Nordamerika und einer aus Ozeanien.

Aufklärung und Familienplanung

"Die Bevölkerungsentwicklung folgt keinem Naturgesetz", sagt DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr. Das hohe Bevölkerungswachstum gehe zu einem großen Teil auf ungewollte Schwangerschaften zurück. Zudem brauche es mehr Gleichberechtigung für Frauen in der Gesellschaft Afrikas und in anderen Entwicklungsländern, so Bähr. Noch immer könne jede vierte Frau in diesen Regionen nicht verhüten, obwohl sie es wolle. Bevölkerungsforscher und Hilfsorganisationen fordern deshalb verbesserte Angebote zu Aufklärung und Familienplanung. Wenn Frauen frei über den Kinderwunsch entscheiden könnten, würde die Bevölkerungszahl zum Ende des Jahrhunderts um 30 Prozent niedriger liegen als derzeit prognostiziert, so Bähr. 

Die international tätige Deutsche Stiftung Weltbevölkerung kümmert sich nach eigenen Angaben als Entwicklungsorganisation mit Projekten vor allem in Afrika um Zugang zu Aufklärung und Verhütungsmitteln. Sie fordert ein Menschenrecht auf Familienplanung und will so zu einer zukunftsfähigen Bevölkerungsentwicklung beitragen. Jugendliche sind die wichtigste Zielgruppe der Projekte.

qu/as (dpa, afp, kna, epd)

 

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