Weitere Festnahme im Fall der isolierten Familie | Aktuell Europa | DW | 17.10.2019
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Niederlande

Weitere Festnahme im Fall der isolierten Familie

Die niederländische Polizei hat den vermeintlichen Vater einer seit Jahren auf einem Bauernhof isoliert lebenden Familie festgenommen. Es gibt Hinweise, dass der Mann Verbindungen zu einer Sekte hatte.

Niederlande, Ruinerwold Familie lebt jahrelang im Keller eines Bauernhofs (picture-alliance/dpa/W. Bijzitter)

In diesem etwas abgelegenen Bauernhof bei Ruinerwold soll die Familie jahrelang im Keller gehaust haben

Wie die Behörden mitteilten, nahmen sie den 67-Jährigen wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung, Misshandlung im Sinne der Beeinträchtigung der Gesundheit anderer Personen sowie der Geldwäsche fest.

Die Polizei ermittelt außerdem, ob "ein bestimmter Glaube oder Philosophie" hinter dem Fall steckt. Mehreren Medienberichten zufolge gibt es eine Verbindung zur umstrittenen Vereinigungskirche Südkoreas, die auch als Sekte bezeichnet wird und deren Mitglieder nach ihrem verstorbenen Gründer Sun Myung Moon "Moonies" genannt werden.

Der mysteriöse Fall war am Sonntag ins Rollen gekommen, als einer der sechs in dem Bauernhaus lebenden jungen Erwachsenen in einem ungepflegten Zustand in einem Gasthaus um Hilfe bat. Bei der Durchsuchung des Gehöfts beim Dorf Ruinerwold im Norden der Niederlande fand die Polizei in einem "kleinen, abgeschlossenen Raum" den Vater und seine sechs vermeintlichen Kinder im Alter von 18 bis 25 Jahren.

Die Polizei erklärte in einer Mitteilung, die Gruppe gebe an, "eine Familie zu sein". Es handele sich "um eine außergewöhnliche Situation", hieß es in der Erklärung. "Diese Menschen haben wahrscheinlich seit 2010 in diesem Haus gelebt, völlig isoliert von der Gesellschaft." Die Behörden haben Grund zur Annahme, dass die sechs jungen Erwachsenen "nicht freiwillig auf dem Gehöft lebten". Die Familie soll seit Jahren auf das "Ende der Zeit" gewartet haben.

Pächter bleibt in Gewahrsam

Der bereits zuvor festgenommene 58-Jährige Österreicher wurde dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Er soll vorerst zwei weitere Wochen in Untersuchungshaft bleiben. Er hatte den Bauernhof gepachtet. Zunächst war der Mann wegen Behinderung der Ermittlungen festgenommen worden. Inzwischen wird er der Mittäterschaft zur Freiheitsberaubung sowie der Geldwäsche verdächtigt.

Drei weitere Personen sagten der niederländischen Nachrichtenagentur ANP unterdessen, sie seien Kinder des 67-jährigen Mannes. Sie hätten die Familie vor acht Jahren verlassen und nichts mehr von den anderen gehört.

ust/ml (afp, dpa, politie.nl)

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