Weitere Dopingfälle - schon wieder Meldonium | Sport | DW | 10.03.2016
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Sport

Weitere Dopingfälle - schon wieder Meldonium

Der Biathlon-Weltverband sperrt bereits den dritten Athleten in diesem Winter wegen des Verdachts auf Doping. Auch dem russischen Eisschnelllaufverband wird vorgeworfen das Mittel Meldonium jahrelang gekauft zu haben.

Beim Biathlon-Weltverband IBU häufen sich die Doping-Verdachtsfälle. Mit dem Russen Eduard Latypow, ist bereits der dritte Sportler in diesem Winter mit einer positiven Probe negativ aufgefallen. Latypows Namen gab der russische Biathlonverband RBU am Donnerstag in Moskau bekannt. Demnach wurde beim Junioren-Weltmeister von 2015 Meldonium nachgewiesen, das verbotene Mittel, das zuletzt auch der russischen Weltklasse-Tennisspielerin Maria Scharapowa zum Verhängnis geworden war. Im Januar hatte es bei den Biathleten bereits zwei ähnliche Fälle gegeben: Der Ukrainer Artem Tyschtschenko und seine Teamkollegin Olga Abramowa wurden mit dem Herz-Kreislauf-Medikament erwischt und ebenfalls zunächst provisorisch gesperrt.

Durch Lügendetektortests entlastet

Zudem wurde bekannt, dass der russische Eisschnelllaufverband TFR Meldonium jahrelang massenweise eingekauft hat. Verbandspräsident Aleksej Krawtsow vermutet hinter den jüngsten Dopingfällen allerdings eine Verschwörung. Der überführte Weltmeister Pawel Kulischnikow und andere Athleten seien bereits durch Lügendetektortests entlastet.

"Im Oktober sind alle Sportler, Ärzte und Teambetreuer informiert worden, dass dieses Präparat ab Januar auf der Liste der verbotenen Mittel steht und nicht länger benutzt werden kann. Von diesem Augenblick an haben wir es nicht mehr bestellt. Alle Vorräte, die noch vorhanden waren, wurden eingesammelt und vernichtet", sagte Krawtsow in einem Interview mit dem niederländischen TV-Sender NOS.

Eisschnellläufer Pawel Alexandrowitsch Kulischnikow

Eisschnellläufer Pavel Kulischnikow

"Wir untersuchen zwei Möglichkeiten. Die erste ist sehr unwahrscheinlich: ein Laborfehler. Die zweite ist, dass ihnen das Präparat mit Absicht von jemandem aus ihrer direkten Umgebung gegeben wurde, um sie in Misskredit zu bringen. Dafür haben wir Hinweise, mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen", meinte Krawtsow. 500-Meter-Weltrekordler Pavel Kulischnikow und Semen Elistratow hätten sich bereits einem Test am Lügendetektor gestellt. Das Ergebnis habe bestätigte, dass sie das verbotene Mittel nicht bewusst eingenommen hätten.

Aregawi endgültig überführt

Bereits am Mittwoch wurde die schwedische Mittelstreckenläuferin Abeba Aregawi endgültig des Dopings mit Meldonium überführt. Die B-Probe habe das Ergebnis der A-Probe bestätigt, sagte Aregawis niederländischer Manager Jos Hermens dem schwedischen Sender SVT. Die Freiluftweltmeisterin von 2013 und Hallenweltmeisterin von 2014 über 1500 Meter wurde im Januar positiv getestet. Die 25-Jährige soll das Medikament in der Annahme genommen haben, es handle sich um ein Vitaminpräparat. "Sie entschuldigt sich bei allen Menschen, die sie enttäuscht hat", sagte Hermens.

tk/asz (sid, dpa)

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