Weitere Bootsflüchtlinge in Süditalien gelandet | Aktuell Europa | DW | 16.10.2019
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Mittelmeer

Weitere Bootsflüchtlinge in Süditalien gelandet

In Italien dürfen rund 350 Migranten an Land gehen. Sie waren von zivilen und staatlichen Rettungsschiffen aufgenommen worden. Unterdessen reagiert die griechische Polizei auf schwere Ausschreitungen unter Migranten.

«Ocean Viking» weiter Bootsflüchtlinge an Bord (picture-alliance/dpa/AP/R. Brito)

Am Wochenende nahm die "Ocean Viking" Migranten im Mittelmeer aus

Das zivile Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 176 Migranten an Bord hat am Morgen den italienischen Hafen Tarent erreicht. Das Schiff wird von den Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée betrieben. Es hatte die Menschen am Wochenende vor der libyschen Küste an Bord genommen. 

Unterdessen hat die italienische Küstenwache 180 im Mittelmeer gerettete Migranten zur Insel Lampedusa gebracht. Die Männer, Frauen und Kinder waren am Dienstag im Rettungsbereich Maltas an Bord genommen worden und sollten ursprünglich auch nach Malta gebracht werden. Wegen der großen Anzahl Menschen und der schlechten Wetterbedingungen habe man dann entschieden, Lampedusa anzusteuern, teilte die Küstenwache am Mittwoch mit.

Wie italienische Medien weiter meldeten, wurde das Wrack des Flüchtlingsboots gefunden, das am 7. Oktober wenige Meilen vor Lampedusa gesunken war. Taucher entdeckten demnach bislang zwölf Leichen, darunter eine junge Frau mit ihrem Neugeborenen. Nach Aussage von Überlebenden befanden sich rund 50 Personen in dem Boot; 22 wurden von italienischen Rettungskräften lebend geborgen, 13 Migrantinnen fand man unmittelbar nach dem Unglück tot. Auf der Suche nach dem Wrack war in den vergangenen Tagen ein Unterwasser-Roboter im Einsatz.

Griechenland Ausschreitungen in Migrantenlager auf Samos (AP Photo/M. Svarnias)

Die Feuerwehr löschte die ganze Montagnacht hindurch ein Feuer, das in einem Registrierlager auf Samos gelegt worden war

Festnahmen nach Ausschreitungen

In Griechenland hat derweil die Polizei zwei Tage nach den schweren Krawallen in und um das Registrierlager von Samos zwölf Migranten festgenommen. Drei von ihnen - darunter einem 15-Jährigen - wird versuchter Totschlag vorgeworfen. Sie sollen mit Stichwaffen drei andere Migranten verletzt haben. Den anderen Festgenommenen würde unter anderem Brandstiftung und Beteiligung an den Krawallen vorgeworfen, teilte die Polizei mit. Die Ausschreitungen begannen am Montagabend nach einem Streit zwischen Migranten aus Syrien und Afghanistan in Vathy, der Hauptortschaft von Samos. Danach kam es im und um das Lager, das an einem Hang über Vathy liegt, zu neuen Schlägereien und Randale. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Krawalle zu beenden. Acht Menschen mussten wegen Atemwegsbeschwerden im Krankenhaus der Insel behandelt werden.

Die Feuerwehr konnte erst am Dienstagmorgen die von Randalierern gelegten Feuer löschen. Im Registrierlager von Vathy mit einer Aufnahmekapazität für 650 Menschen harren zurzeit mehr als 5700 Migranten aus. Auch alle anderen Lager auf den Inseln Chios, Samos, Leros und Kos sind restlos überfüllt. Vor zwei Wochen war bei Ausschreitungen in dem Lager Moria auf der Insel Lesbos eine Frau ums Leben gekommen. Seit Jahresbeginn sind nach jüngsten Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) mehr Migranten (39.775) aus der Türkei zu den griechischen Inseln gekommen als im gesamten Vorjahr (32.494).

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Libyen: Die Hölle für Flüchtlinge

lh/sti (dpa, kna)

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