Weihnachtsmärkte – Rettung für das Kunsthandwerk | Top-Thema – Podcast | DW | 10.12.2013
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Top-Thema – Podcast

Weihnachtsmärkte – Rettung für das Kunsthandwerk

Peter Schrade verkauft selbstgemachten Glasschmuck auf dem Weihnachtsmarkt. Er braucht die Weihnachtszeit, um mit seinem Handwerk überleben zu können. Denn Kunsthandwerker haben es heute sehr schwer.‎

Peter Schrade ist seit etwa 30 Jahren Glashandwerker. Seiner Branche geht es schlecht: Vor allem Billig-Importe aus China machen seinem Handwerk zu schaffen. Schrade ist deshalb besonders auf das Weihnachtsgeschäft angewiesen. Er sagt: „Die Zeiten für uns Kunsthandwerker sind hart geworden. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ohne Weihnachten kein einziger Kunsthandwerker in Deutschland überhaupt existieren würde.“

Zwischen Mai und November hat er zusammen mit seiner Frau Glasschmuck produziert, um ihn auf einem Kölner Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Auf dem Markt zwischen dem Kölner Dom und dem Römisch-Germanischen Museum stehen 150 Buden nebeneinander. Als er 1995 zum ersten Mal stattfand, gab es drei Weihnachtsmärkte in der ganzen Stadt – inzwischen sind es sieben große Märkte. Außerdem gibt es noch mehrere kleinere Märkte, die nur am Wochenende stattfinden.

Den Weihnachtsmarkt besuchen viele Shopping-Touristen aus Frankreich, England, Belgien oder den Niederlanden. Im Durchschnitt gibt jeder Besucher 30 Euro aus – ohne Essen und Getränke. Schrade profitiert besonders von den internationalen Gästen. Er erklärt: „Wir Kunstglaswerker sind eine aussterbende Kaste hier in Deutschland. Aber interessanterweise hat das Handwerk gerade bei den Amerikanern und Briten einen ganz anderen Stellenwert.“

Schrade muss viel Geld investieren, um auf dem Weihnachtsmarkt arbeiten zu können. Die Standmiete kostet über tausend Euro und auch für die Vorproduktion des Glasschmucks hat er viel Geld ausgegeben. Mit seiner Frau hat er außerdem extra für die sechs Marktwochen eine Wohnung in Köln gemietet. Diese Ausgaben sind nötig, um sein Geschäft am Leben zu erhalten. Schrade sagt: „In den letzten drei Monaten machen wir ungefähr die Hälfte des Jahresumsatzes.“


Glossar

Handwerk, -e (n.) – hier: der Beruf, bei dem man mit seinen Händen etwas herstellt

selbstgemacht – so, dass man etwas selber mit seinen Händen hergestellt hat

überleben – hier: genug Geld zum Leben verdienen

Branche, -n (f.) – eine Bezeichnung für alle Unternehmen, die das gleiche Produkt oder die gleiche Leistung anbieten

jemandem zu schaffen machen, etwas macht jemandem zu schaffen – etwas bereitet jemandem große Schwierigkeiten

auf etwas/jemanden angewiesen sein –etwas/jemanden dringend brauchen

hart – hier: schwer

Bude, -n (f.) – hier: der Verkaufsstand

Shopping (n., nur Singular, aus dem Englischen) – das Einkaufen

von etwas/jemandem profitieren – von etwas/jemandem einen Nutzen haben

aussterbend – hier: so, dass etwas nicht mehr gebraucht wird; so, dass etwas weniger wird

Kaste, -n (f.) – hier: eine bestimmte Gruppe in der Gesellschaft, die sich von anderen unterscheidet

Stellenwert, -e (m.) – die Bedeutung

Geld investieren – Geld ausgeben, um so mehr Geld zu verdienen

extra – nur für einen bestimmten Zweck

Ausgabe, -n (f., meist im Plural) – die Kosten; das Geld, das man ausgibt

etwas am Leben erhalten – dafür sorgen, dass etwas weiterhin existiert

Jahresumsatz, -sätze (m.) – das Geld, das eine Firma innerhalb eines Jahres (z. B. für den Verkauf von Waren) verdient


Fragen zum Text

1. Welche Aussage trifft auf Schrade zu?
a) Er stellt in nur drei Monaten die Produkte für den Weihnachtsverkauf her.
b) Er verdient am meisten Geld in der Zeit vor Weihnachten.
c) Für ein Glasprodukt verlangt er 30 Euro.

2. Welche Aussage steht im Text?
a) Schrade ist erst seit wenigen Jahren Glashandwerker.
b) Seit 1995 gibt es sieben große Weihnachtsmärkte in Köln.
c) Die Besucher der Weihnachtsmärkte kommen aus vielen verschiedenen Ländern.

3. Schrade glaubt, dass …
a) Kunstglaswerker es zurzeit leichter haben als früher.
b) die Weihnachtszeit für alle Kunsthandwerker sehr wichtig ist.
c) das Kunsthandwerk für Briten und Deutsche keine wichtige Bedeutung hat.

4. Durch welches Wort kann man „herstellen“ ersetzen? „Schrade muss schon früh im Jahr den Glasschmuck herstellen.“
a) profitieren
b) probieren
c) produzieren

5. Durch welches Wort kann man „Kosten“ nicht ersetzen? „Der Stand auf dem Weihnachtsmarkt lohnt sich trotz der hohen Kosten.“
a) Umsätze
b) Gebühren
c) Ausgaben


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