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Wattenmeer ist Weltnaturerbe

26. Juni 2009

Das UNESCO-Welterbekomitee hat das Wattenmeer in die Liste des Kultur- und Naturerbes aufgenommen. Das entschied das Gremium auf seiner Jahrestagung in Sevilla.

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Wattenmeer (Foto: Stock LKN-SH)
"Einzigartiges Ökosystem": das WattenmeerBild: Stock/LKN-SH

Das Komitee würdigte das deutsch-niederländische Wattenmeer "als eines der größten küstennahen und gezeitenabhängigen Feuchtgebiete der Erde". Das Gebiet sei ein einzigartiges Ökosystem mit einer besonderen Artenvielfalt. "Die Entscheidung des Komitees, den einzigartigen Wert des Wattenmeers als Welterbe anzuerkennen, verleiht den Bemühungen um die weltweite Vernetzung von Kultur- und Naturerbe neuen Auftrieb", sagte der Präsident der Deutschen UNESCO-Kommission, Walter Hirche, am Freitag (26.06.2009).

Deutsch-niederländischer Gemeinschaftsantrag

Deutschland und die Niederlande hatten einen gemeinsamen Antrag bei der UNESCO zur Aufnahme in die Welterbeliste eingereicht. Mit der Entscheidung wurden das niederländische Wattenmeer-Schutzgebiet und die deutschen Wattenmeer-Nationalparks in Niedersachsen und Schleswig-Holstein als Weltnaturerbe anerkannt.

Dünenlandschaft im Wattenmeer (Foto: Stock LKN-SH)
Dünenlandschaft im WattenmeerBild: Stock/LKN-SH

Das Wattenmeer ist mit mehr als 9500 Quadratkilometern eines der größten Feuchtgebiete der Welt. Es bietet Lebensraum für rund 10.000 Tiere, Pflanzen und Kleinstlebewesen. Jedes Jahr rasten zehn bis zwölf Millionen Zugvögel im Wattenmeer und machen einen Zwischenstopp auf dem Weg von Südafrika nach Nordsibirien und Kanada. Der einzigartige Lebensraum steht nun auf einer Stufe mit Naturwundern wie dem Great Barrier Reef vor Australien, dem Grand Canyon in den USA, den Galapagos-Inseln vor Ecuador oder dem Serengeti-Nationalpark im afrikanischen Tansania.

Menschheit hat Anrecht auf Erhalt der Naturlandschaft

Die Fläche zwischen der holländischen Insel Texel und der Nordspitze Sylts ist damit in die Liste der weltweit knapp 200 einzigartigen und schützenswerten Naturdenkmäler aufgenommen. Auf ihren Erhalt hat die Menschheit aus Sicht der UNESCO ein Anrecht. Strengere Vorschriften oder Naturschutzgesetze sind mit der Ernennung aber nicht verbunden. Die Welterbe-Auszeichnung gilt als Anerkennung bestehender Schutzbemühungen und ist mit weltweiter Aufmerksamkeit verbunden. Auch beflügelt sie meist den Tourismus.

Das Watt ist das zweite Naturdenkmal Deutschlands. Die Grube Messel, eine Fossilienlagerstätte bei Darmstadt, trägt den Titel bereits seit 1995. Anders als das Watt ist sie aber keine Landschaft. In Teil zwei des Welterbes der Menschheit - dem Kulturerbe - ist Deutschland mit 32 Orten vertreten, etwa mit dem Kölner Dom. (je/ako/dpa/ap/afp)