Warten auf Putin: US-Präsident Donald Trump in Helsinki | Aktuell Welt | DW | 15.07.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Gipfeltreffen

Warten auf Putin: US-Präsident Donald Trump in Helsinki

Erster! Dem US-Präsidenten könnte dieses Prädikat gefallen. Vielleicht lag es an der kurzen Reise-Entfernung von Schottland oder daran, dass Russlands Präsident noch eine Fußball-WM beenden musste. Warten auf den Gipfel.

Der erste Gipfel von US-Präsident Donald Trump und seinem russischen Kollegen Wladimir Putin am Montag in Helsinki wird weltweit mit Spannung erwartet. Trotz der unverhohlenen Bewunderung Trumps für den starken Mann aus Moskau herrschen zwischen den beiden Ländern seit Monaten diplomatische Spannungen - vor allem wegen der mutmaßlichen russischen Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf. Andere Streitpunkte sind der Krieg in Syrien und die Ukraine-Krise.

In einem Interview des US-Fernsehsenders CBS bezeichnete Trump Russland, die EU und China als "Feinde". "Ich denke, die Europäische Union ist ein Feind", sagte er mit Verweis auf die aus seiner Sicht unfairen Handelspraktiken der Europäer. Trump griff dabei auch erneut Deutschland an. Die Bundesrepublik trage nicht ausreichend zur Verteidigung innerhalb der NATO bei. Russland sei "in gewisser Hinsicht ein Feind", fuhr Trump fort. Und China sei ein "wirtschaftlicher Gegner, aber das heißt nicht, dass sie schlecht sind".

"Amerika und die EU sind beste Freunde"

EU-Ratspräsident Donald Tusk reagierte auf die Äußerungen des US-Präsidenten mit der Bemerkung: "Amerika und die EU sind beste Freunde." Wer auch immer sage, sie seien Feinde, "verbreitet Fake News", so Tusk in einem Tweet.

In der finnischen Hauptstadt gingen an diesem Sonntag tausende Menschen auf die Straße, um gegen Trump, aber auch gegen die Politik Russlands zu demonstrieren. Nach Polizeiangaben beteiligten sich zwischen 2000 und 2500 Menschen an der Kundgebung, die Organisatoren sprachen von mehreren tausend.

Vor allem der russische Präsident Wladimir Putin war bei den Protesten in Helsinki das Ziel der Kritik (Foto: DW/B. Riegert)

Nicht nur US-Präsident Trump, sondern auch der russische Staatschef Putin zog bei den Protesten in Helsinki Kritik auf sich

"Männer-Baby trifft Meisterspion"

"Weinerliches, dementes Männer-Baby trifft bösartigen Meisterspion. Was könnte dabei bloß schiefgehen?", war auf einem Banner zu lesen. Auf einem anderen Schild verlangten Demonstranten: "Befreit die Kinder, inhaftiert Trump" - in Anspielung auf die umstrittenen Familientrennungen an der US-mexikanischen Grenze. Die Demonstranten prangerten aber auch Angriffe auf Menschenrechte und Pressefreiheit in Russland an. Zudem ging es mit scharfen Worten gegen Putin selbst: "Putin ist so ein Unruhestifter und leider unser Nachbar. Er ist angsteinflößend - für uns und das Baltikum", sagte ein finnischer Demonstrant. Bis einschließlich Montag sollen in Helsinki insgesamt mehr als zehn Kundgebungen stattfinden.

Bringen die beiden Staatschefs die Liebe mit nach Helsinki? Diese Demonstrantin ist da eher skeptisch (Foto: picture alliance/dpa/R. Rekomaa)

Bringen die beiden Staatschefs die Liebe mit nach Helsinki? Diese Demonstrantin ist da eher skeptisch

Aber es gab auch andere Töne. In Helsinki und vor dem Hotel Trumps fanden sich Unterstützer der Politik des amerikanischen Präsidenten ein. Manche von ihnen trugen die Kappe mit der Aufschrift "Make America Great Again". Einige stammten nach Agenturberichten von der nationalistischen finnischen Partei "Perussuomalaiset", die sich unter anderem strikt gegen Einwanderer ausspricht. 

ml/sti/qu (afp, dpa, ap)

Die Redaktion empfiehlt