Warnung vor Kahlschlag bei Opel | Wirtschaft | DW | 20.04.2018
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Wirtschaft

Warnung vor Kahlschlag bei Opel

Gewerkschaft und Betriebsrat fordern vom neuen Opel-Eigner PSA Klarheit über die deutschen Standorte des Autobauers. Auch die Bundesregierung schaltet sich ein.

Nach gut einem halben Jahr ergebnisloser Verhandlungen werfen der Opel-Betriebsrat und die Gewerkschaft IG Metall dem neuen Opel-Eigner PSA vor, mit einem Kahlschlag in Deutschland das Unternehmen zu gefährden.

PSA-Chef Carlos Tavares lasse die Beschäftigten über ihre Zukunft im Unklaren, kritisierte Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug in Frankfurt. "Die Frage ist, wie viel von der Marke Opel am Ende übrig bleiben wird."

Die Gewerkschaft wirft Opel vor, die Beschäftigten mit der Androhung von Arbeitplatzabbau unter Druck zu setzen, um in den Verhandlungen über die Auslastung der Werke Zugeständnisse zu erreichen.

Stellenabbau 

Opel-Chef Michael Lohscheller versicherte dagegen im "Darmstädter Echo": "Wir haben immer gesagt, dass es keine Werksschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen gibt. Und dazu stehen wir."

Das Unternehmen pocht aber auf Lohnkürzungen, um die Arbeitskosten auf das niedrigere Niveau des Mutterkonzerns zu drücken. Die Arbeitnehmerseite ist dazu nur bereit, wenn es im Gegenzug Beschäftigungszusagen bis 2025 gibt. Das habe Opel bisher verweigert, erklärt die Gewerkschaft.

Nach Worten von Betriebsratschef Schäfer-Klug plant der französische Mutterkonzern PSA bis zum Ende des Jahrzehnts 3700 der rund 19.000 Stellen bei Opel in Deutschland zu streichen. Allein das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim solle 1200 von derzeit 7000 Jobs verlieren.

Minister will mit PSA-Chef sprechen

Bisher hätten aber schon 2000 Mitarbeiter die Programme zum freiwilligen Ausscheiden, etwa über einen Vorruhestand, angenommen. Nach Einschätzung des Betriebsrates kämen bis 2020 noch 2000 Abgänge hinzu. Damit wäre der von PSA geforderte Personalkostenabbau schon erfüllt und kein Grund zu Lohnkürzungen der verbleibenden Beschäftigten.

Was bisher an Vorschlägen für Produkte bis 2020 auf dem Tisch liege, würde rechnerisch nur 1800 Stellen in Deutschland sichern, sagte Schäfer-Klug. Das Unternehmen wollte zu den Zahlen keine Stellung nehmen.

Inzwischen hat sich auch die deutsche Regierung eingeschaltet. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Wirtschaftsminister Peter Altmaier seien mit der Konzernführung in Paris im Gespräch, sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums in Berlin.

Heil wolle, dass  "alles Menschenmögliche" getan werde, damit Beschäftigung und Standorte in Deutschland gesichert würden. PSA-Chef Tavares, bekannt als harter Sanierer, sollte persönlich ans Telefon geholt werden, hieß es von Insidern.

PSA um die Marken Peugeot und Citroën hatte Opel und die britische Vauxhall im vergangenen Sommer von dem US-Konzern General Motors übernommen. Der Kaufpreis betrug 1,3 Milliarden Euro.

bea/sti (dpa, reuters, afp)

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