Warnung vor Brückeneinsturz in Florida | Aktuell Amerika | DW | 17.03.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

USA

Warnung vor Brückeneinsturz in Florida

Die Betonbrücke sollte Fußgänger sicher über eine vielbefahrene Straße leiten - doch dann stürzte sie ein und begrub mehrere Autos unter sich. Jetzt stellt sich heraus: Wichtige Hinweise eines Experten liefen ins Leere.

USA Mehrere Tote bei Brückeneinsturz in Miami (Getty Images/J. Raedle)

Sollte sogar Hurrikanen widerstehen: Die berstende Fußgängerbrücke begrub darunter fahrende Autos

Kurz vor dem Einsturz einer Brücke in Miami, bei dem mindestens sechs Menschen ums Leben kamen, gab es offenbar eine Warnung vor Materialmängeln. Das Verkehrsministerium des US-Bundesstaats Florida teilte mit, zwei Tage vor dem Unglück habe der Chefingenieur des Bauprojekts auf einem Anrufbeantworter der Behörde eine Nachricht hinterlassen.

Der Experte sei besorgt gewesen wegen einer Rissbildung in der Betonkonstruktion - deshalb müssten Reparaturen vorgenommen werden. "Unter Sicherheitsaspekten sehen wir jedoch nicht, dass es da ein Problem gibt", sagte der Ingenieur laut einer Abschrift der Sprachnachricht.

Mailbox zu spät abgehört

Weil der entsprechende Sachbearbeiter nicht im Büro gewesen sei, habe man die Nachricht erst am Freitag abgehört, so das Ministerium. Am Tag zuvor war die 88 Meter lange Fußgängerbrücke eingestürzt. Sie hätte ab 2019 die Florida International University mit Studentenwohnheimen verbinden sollen.

USA Mehrere Tote bei Brückeneinsturz in Miami (Reuters/J. Skipper)

Fast 1000 Tonnen Gewicht: Der gesamte Brückenabschnitt von 53 Metern Länge stürzte ein

Das 950 Tonnen schwere Bauwerk hätte laut Planung sogar einem Hurrikan widerstehen können. Doch dann sackte die Brücke am Donnerstag plötzlich zusammen und begrub auf der darunter liegenden, siebenspurigen Straße mehrere Autos unter sich.

Bei den Bergungsarbeiten wurden am Samstag drei Opfer unter den Trümmern gefunden, wie die Polizei mitteilte. Ein weiteres Opfer war am Donnerstag im Krankenhaus gestorben. Damit sind vier der mindestens sechs vermuteten Opfer des Unglücks geborgen worden. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Menschen unter den Trümmern gefunden würden, zitierte der "Miami Herald" den Vizebürgermeister von Miami-Dade, Maurice Camp. Experten befürchten zudem, dass auch die Stützkörper an beiden Enden der Brücke einstürzen könnten.

Die Unglücksursache ist bislang nicht bekannt. Der Bauträger kündigte eine Untersuchung an. Bei der Errichtung des 53 Meter langen Abschnitts war eine neuartige modulare Bauweise angewandt worden. Sie soll schnelleres Arbeiten möglich machen.

jj/as (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt