Waldhof Mannheim und Eintracht Frankfurt machen Werbung für den Fußball | Sport | DW | 11.08.2019
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DFB-Pokal

Waldhof Mannheim und Eintracht Frankfurt machen Werbung für den Fußball

In Pokalspielen kann es nur einen Gewinner geben? Denkste! Nach der Erstrunden-Partie zwischen Mannheim und Frankfurt jubeln beide Fanlager. Das zeigt: Das Südwest-Derby ist eine Sternstunde des DFB-Pokals.

In den Schlussminuten eines Spiels, das eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt hätte, schallt es von den Rängen: "Mannheim und die SGE". Der Schall kommt von dem Gesang der heimischen Waldhof-Fans, die nicht nur sich, sondern auch den Gegner, die SG Eintracht Frankfurt feiern. Zur Erinnerung: Die Szene spielt sich in einem Südwest-Derby ab und die über 20.000 Fans, die da frenetisch feiern, haben gerade erst realisiert, dass sie an diesem Nachmittag wohl aus dem Wettbewerb ausscheiden werden. Die Mannheimer feierten trotzdem - und zwar zu Recht. "Das war ein richtiger Pokalfight. Waldhof hat das richtig gut gemacht und uns alles abverlangt", sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner nach dem Spiel.

Und Hübner übertrieb nicht. Die Mannheimer zeigten 16 Jahre nach ihrem bis dahin letzten Auftritt im DFB-Pokal keine Scheu vor dem Europa-League-Halbfinalisten, gingen früh durch einen Doppelpack von Valmir Sulejmani (3./11. Minute) in Führung - und sorgten dafür, dass die ohnehin gute Stimmung im Stadion noch besser wurde. Daichi Kamada (21.) und Filip Kostic (45.+1) konnten im mit 24.302 Zuschauern ausverkauften Carl-Benz-Stadion zwar für die Eintracht ausgleichen, aber Waldhof dachte nicht daran, auseinander zu brechen - im Gegenteil. 

DFB-Pokal - SV Waldhof Mannheim vs. Eintracht Frankfurt (picture-alliance/dpa/U. Anspach)

Doppelpack für Mannheim: Valmir Sulejmani

Der Mut wurde belohnt

Mannheim spielte weiterhin unbeirrt und frech nach vorne und dachte überhaupt nicht daran, aufzustecken. Und der Mut wurde belohnt. Mannheim ging durch Jan-Hendrik Marx (72.), ein weiteres Mal in Führung, ehe Ante Rebic mit seinen drei Toren zum 3:3 (76.), 4:3 (81.) und 5:3 (88.), binnen zwölf Minuten für die Entscheidung zu Gunsten Frankfurts und damit für große Erleichterung beim Pokalsieger von 2018 sorgte. "Im Pokal zählt nur das Weiterkommen. Und das haben wir am Ende mit einer ordentlichen Leistung geschafft," sagte ein sichtlich erleichterter Hübner.

Dass der saisonübergreifend seit 26 Ligaspielen ungeschlagene Drittliga-Aufsteiger aus Mannheim ein härterer Gegner sein würde als der FC Vaduz beim 5:0 in der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag in Liechtenstein, hatte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic schon vorhergesagt. Mit zwei Mannheimer Toren nach nicht mal einer Viertelstunde hatte aber auch er nicht gerechnet. Auch Frankfurt-Trainer Adi Hütter war beeindruckt von der Leistung des Drittligisten: "Kompliment an Waldhof Mannheim. Die haben ein tolles Spiel gemacht und einen echten Pokal-Fight mit uns abgeliefert."

"Tragen das Waldhof-Herz in unserer Brust"

DFB-Pokal - SV Waldhof Mannheim vs. Eintracht Frankfurt (picture-alliance/nordphoto/Fabisch)

Ganz nah dran am Sieg: Waldhof Mannheim

Sein Gegenüber, Mannheim-Coach Bernhard Trares, wusste, warum der Gegner vor allem zum Ende der Partie die bessere Mannschaft war: "Das sind teilweise Maschinen bei der Eintracht. Die spielen Euroleague, wir dritte Liga. Allein schon die Körperlichkeit -  da sind wir dann hinten raus nicht mehr mitgekommen. Trotzdem war der Trainer am Ende stolz auf seine Mannschaft: "Wir tragen das Waldhof-Herz in unserer Brust und versuchen den Fans, die hier ins Stadion kommen, immer das Bestmögliche zu bieten".

Der Versuch ist ihnen geglückt - und hat dafür gesorgt, dass das Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient gehabt hätte, umso mehr Gewinner hatte: Die Fußballfans.

jhr/pgr (sid/dpa)

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