Waldbrände wüten in Spanien und Frankreich | Aktuell Europa | DW | 05.09.2016
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Aktuell Europa

Waldbrände wüten in Spanien und Frankreich

Wegen großer Hitze ist die Waldbrandgefahr in Spanien sehr hoch. An der Costa Blanca ist nun ein Feuer ausgebrochen, das in einem trockenen Waldareal ganze Wohnviertel zerstört. Auch bei Marseille toben die Flammen.

Waldbrände an der Costa Blanca (Foto: AFP)

Ein Löschflugzeug im Einsatz gegen die Flammen bei der spanischen Stadt Jávea

An der spanischen Costa Blanca haben die Behörden wegen eines Waldbrands rund 1400 Menschen, unter ihnen deutsche und britische Urlauber, in Sicherheit gebracht. Helfer evakuierten die Kleinstadt Jávea und die Touristenanlage Benitatxell nahe Benidorm. Die Betroffenen wurden in Schulen gebracht. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus.

Auf Fotos und Videos, die in sozialen Medien veröffentlicht wurden, ist zu sehen, wie sich die Flammen besiedelten Gegenden nördlich von Alicante in der Region Valencia näherten. Mehrere Häuser und rund 320 Hektar Land wurden durch das Feuer vernichtet, wie die Einsatzkräfte mitteilten. Über der Küste standen dichte Rauchwolken. Fast 300 Feuerwehrleute waren am Montag im Einsatz gegen die Flammen, auch Löschflugzeuge waren im Einsatz.

Der Präsident der Region Valencia, Ximo Puig, sprach von "Umweltterrorismus", der nicht nur das Naturerbe Spaniens bedrohe, sondern ein "Anschlag auf die Menschen" sei. Angesichts extremer Hitze und minimaler Regenfälle ist die Waldbrandgefahr in ganz Spanien beträchtlich gestiegen.

Flammen auch bei Marseille

Auch aus dem Süden Frankreichs werden Brände in mehreren Wäldern gemeldet. Östlich von Marseille brach in einem Nationalpark ein Feuer aus, wie die Behörden mitteilten. Bis zum frühen Montagabend zerstörten die vom starken Wind angefachten Flammen bereits 250 Hektar Land. "Die Lage ist sehr schwierig, es gibt Windböen von 80 bis 100 Stundenkilometern", sagte Vize-Bürgermeister Didier Réault der Nachrichtenagentur AFP. Vom Stadtzentrum aus waren riesige Rauchwolken zu sehen. Auch Löschflugzeuge kreisten über dem Nationalpark, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Etwa 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die Flammen im Calanques-Gebiet südöstlich von Marseille zu bändigen. Über Nacht sollten noch einmal so viele Kräfte als Verstärkung aus anderen Bezirken eintreffen.

Waldbrand in der Nähe von Marseille (Foto: dpa)

Feuerwehrleute bekämpfen eine Flammenfront zwischen Cassis und Marseille

Die Stadtverwaltung von Marseille rief Bewohner von Vierteln in der Nähe des Brandherdes auf, nicht nach Hause zu gehen. Nach Angaben des Pariser Innenministeriums versucht die Feuerwehr, die Ausbreitung des Brandes in Richtung Cassis zu verhindern. Der französische Wetterdienst hat für Dienstag wegen starken Windes und großer Trockenheit vor einer hohen Waldbrandgefahr im Süden des Landes gewarnt.

Auch in der gut 300 Kilometer westlich von Marseille gelegenen Region rund um die Stadt Carcassonne zerstörte am Montag nach Angaben der Feuerwehr ein Brand innerhalb weniger Stunden 250 Hektar Heideland. Nordwestlich von Perpignan nahe der Grenze zu Spanien brach ebenfalls ein Feuer aus. Bis zum Abend verwüsteten die Flammen dort nach Angaben der örtlichen Behörden etwa 600 Hektar.

kle/wa (dpa, afp)