Wahlverschiebung schürt weitere Proteste in Algerien | Aktuell Afrika | DW | 12.03.2019
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Demokratiebewegung

Wahlverschiebung schürt weitere Proteste in Algerien

Der Verzicht des langjährigen algerischen Präsidenten Bouteflika auf eine weitere Amtszeit war ein erster Erfolg der Massenproteste. Doch damit allein wollen sich viele Algerier nicht zufrieden geben.

In Algerien sind wieder Tausende Menschen gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika auf die Straße gegangen. Im Zentrum der Hauptstadt Algier und in anderen Städten des Landes versammelten sie sich, um gegen eine Verlängerung seiner Amtszeit zu protestieren.

Der gesundheitlich schwer angeschlagene 82-Jährige hatte am Montag zwar seinen Verzicht auf eine Kandidatur für eine fünfte Amtszeit erklärt, aber zugleich auch die für den 18. April vorgesehene Präsidentenwahl ausgesetzt. Deshalb bleibt er länger im Amt.

Ankündigung von Reformen 

Algerien erlebt derzeit die größten Massenproteste seit mehr als 20 Jahren in dem nordafrikanischen Land. Am vergangenen Freitag waren nach Schätzungen bis zu drei Millionen Menschen im ganzen Land auf die Straße gegangen. In einer Botschaft an die Nation stellte Bouteflika wirtschaftliche und soziale Reformen sowie eine rasche Regierungsumbildung in Aussicht. Der Bevölkerung soll zudem eine neue Verfassung zur Abstimmung vorgelegt werden.

Kritiker halten den schwer kranken Bouteflika für nicht fähig, das Land weiter zu führen. Sie werfen dem Militär und wirtschaftlichen Eliten vor, den Präsidenten nur zum Schutz eigener Interessen im Amt zu halten.

bri/djo (dpa, rtr)