Wahlen in El Salvador: Niederlage für Regierungspartei | Aktuell Amerika | DW | 06.03.2018
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Zentralamerika

Wahlen in El Salvador: Niederlage für Regierungspartei

Präsident Salvador Sanchez Cerén hat bei den Parlaments- und Kommunalwahlen in El Salvador eine Niederlage einstecken müssen. Die rechte Oppositionspartei Arena geht als Sieger hervor. Das Land ist gespalten.

El Salvador Wahlen | Ernesto Muyshondt von ARENA (Getty Images/AFP/M. Recinos)

So sehen Sieger aus: Arena-Politiker Ernesto Muyshondt mit seiner Ehefrau

Bei den Parlaments- und Kommunalwahlen in El Salvador liegt die rechte Oppositionspartei Republikanische Nationalistische Allianz (Arena) bei einem Auszählungsstand von rund 87 Prozent klar vor der Regierungspartei. Nach Angaben der obersten Wahlbehörde beträgt der Vorsprung auf die linksgerichtete Nationale Befreiungsfront Farabundo Martì (FMLN) von Präsident Salvador Sanchez Cerén knapp 325.000 Stimmen. Man werde die Lehren aus den Wahlen ziehen und die notwendigen Korrekturen vornehmen, sagte der FMLN-Chef Medardo González.

Stimmungstest für Präsidentenwahl

Rund fünf Millionen Wahlberechtigte waren aufgerufen, die 84 Parlamentsabgeordneten sowie mehr als 260 Bürgermeister in dem mittelamerikanischen Land neu zu bestimmen. Rund 765.000 Wähler votierten offiziellen Angaben zufolge für die Oppositionspartei Arena, gefolgt von der regierenden FMLN mit etwa 440.000 Stimmen. An dritter Stelle steht die konservative Große Allianz für die Nationale Einheit (Gana) mit rund 207.000 Stimmen, an vierter Stelle die ebenfalls konservative Partido de Concertación Nacional (PCN) mit etwa 195.000 Stimmen.

El Salvador Salvador Sanchez Ceren (Getty Images/AFP/M. Recinos)

Vor vier Jahren noch Wahlsieger, jetzt Verlierer: Präsident Salvador Sanchez Cerén (FMLN)

Die oberste Wahlbehörde El Salvadors veröffentlicht nur die Anzahl der ausgezählten Stimmen, nicht aber die entsprechenden Prozentanteile. Die Abstimmung galt auch als Stimmungstest für die Präsidentenwahl im kommenden Jahr, bei der Cerén gemäß der Verfassung nicht erneut kandidieren darf.

Eines der gefährlichsten Länder der Erde

Auch mehr als 25 Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs ist das Land noch immer tief gespalten. Etwa die Hälfte der Bevölkerung steht der FMLN nahe, die aus der Guerilla-Bewegung hervorgegangen ist. Die andere Hälfte wird von Arena vertreten, die von Mitgliedern der rechten Todesschwadronen gegründet wurde. Die FMLN regierte in den vergangenen Jahren als Minderheitsregierung mit wechselnden Koalitionen.

El Salvador ist vor allem aufgrund der Bandenkriminalität eines der gefährlichsten Länder der Welt. Die Tötungsrate lag im vergangenen Jahr bei 60 Morden pro 100.000 Einwohner.

mb/sti (dpa, afp)

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