Wahl in Bolivien: Präsident Morales strebt vierte Amtszeit an | Aktuell Amerika | DW | 20.10.2019
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Südamerika

Wahl in Bolivien: Präsident Morales strebt vierte Amtszeit an

An diesem Sonntag wählen die Bolivianer einen neuen Präsidenten. Die Verfassung und ein 2016 abgehaltenes Referendum verbieten Amtsinhaber Morales eine erneute Kandidatur. Eigentlich.

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Meet a local: La Paz, Bolivien

Mehr als sieben Millionen Bolivianer sind an diesem Sonntag aufgerufen, einen neuen Präsidenten zu bestimmen. Der Sozialist und Staatschef Evo Morales führt die Umfragen an und hat Chancen, bis 2025 im Amt zu bleiben, obwohl ihm eine vierte Amtszeit eigentlich von der Verfassung untersagt ist.

Der aussichtsreichste Herausforderer des Präsidenten ist Carlos Mesa vom Bündnis "Comunidad Ciudadana" (Bürgerliche Gemeinschaft), der Bolivien von 2003 bis 2005 regiert hat. Zuletzt sahen die Umfragen den Amtsinhaber bei knapp 39 Prozent der Stimmen, Mesa bei über 28 Prozent. Insgesamt treten neun Präsidentschaftskandidaten an. Auch die Nationalversammlung und die Provinzparlamente werden neu gewählt.

Wahlen in Bolivien (AFP/A. Raldes)

Sollte es zu einer Stichwahl kommen, stünden die Chancen für Morales' Herausforderer Mesa nicht schlecht

Sollte der 59-jährige Morales nicht mindestens 40 Prozent der Stimmen und einen Vorsprung von zehn Prozentpunkten zum Zweitplatzierten erreichen, käme es im Dezember zu einer Stichwahl. Dort hätte der Amtsinhaber wahrscheinlich wesentlich schlechtere Aussichten, da sich die zersplitterte Opposition auf seinen Gegner einigen könnte. 

Morales regiert Bolivien seit 13 Jahren. In einem Referendum hatte sich 2016 eine knappe Mehrheit der Bevölkerung gegen die Möglichkeit einer erneuten Kandidatur des ehemaligen Koka-Bauern ausgesprochen. Das Ergebnis erkannte Morales nicht an. Das Verfassungsgericht, besetzt mit regierungstreuen Richtern, urteilte, es sei sein "Menschenrecht", erneut kandidieren zu können.

Weniger Armut, mehr Korruption

Der linke Präsident hat zahlreiche Sozialreformen durchgesetzt, die vor allem der armen und indigenen Bevölkerung zugutekamen. Die Armutsquote ist seit seinem Amtsantritt 2006 fast um die Hälfte gesunken, das öffentliche Bildungswesen und der Gesundheitssektor wurden gestärkt.

Dank Bodenschätzen wie das seltene Lithium wächst auch die Wirtschaft - in diesem Jahr um rund vier Prozent. Gleichzeitig steht Morales in der Kritik wegen Korruption und Vetternwirtschaft während seiner Präsidentschaft. Zudem wird ihm zunehmend autoritäres Auftreten nachgesagt.

jv/as (dpa, afp, rtr, ap, epd)

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