Waffenruhe in Tripolis gebrochen | Aktuell Nahost | DW | 12.08.2019
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Libyen

Waffenruhe in Tripolis gebrochen

Die Konfliktparteien in Libyen werfen sich gegenseitig den Bruch der vorübergehenden Waffenruhe während des muslimischen Opferfests vor. Die Vereinten Nationen hatten zuvor vermittelt.

Libyen Luftangriff Tajoura Detention Center bei Tripolis (Reuters/I. Zitouny)

Ein Archivbild aus Tajoura, einem Vorort von Tripolis

Die vereinbarte befristete Waffenruhe rund um die libysche Hauptstadt Tripolis hat keinen Bestand. Der Mitiga-Flughafen wurde von Raketen getroffen, wie die Verwaltung des Airports mitteilte. Sie veröffentlichte Fotos über Facebook, die von der Startbahn und geparkten Flugzeugen aufsteigende Rauchsäulen zeigen. Der Flugbetrieb werde "bis auf Weiteres" eingestellt, erklärte das Airport-Management.

Wer die Raketen abfeuerte, war zunächst unklar. Der Flughafen befindet sich unter der Kontrolle der Streitkräfte der international anerkannten libyschen Regierung. Diese gab den Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar die Schuld an den Angriffen. Dessen Milizen hätten die Waffenruhe nun schon zwei Mal gebrochen, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Vor den Attacken auf den Flughafen sei bereits ein Haus in Sug al-Schomaa, einem Stadtteil von Tripolis, angegriffen worden. Dabei seien drei Zivilisten verletzt worden.

Während des Opferfestes 

Die libysche Regierung und die Haftar-Truppen hatten am Samstag in eine von den UN geforderte Kampfpause während des dreitägigen Opferfestes, dem höchsten islamischen Feiertag, eingewilligt. Das Fest begann am Sonntag.

Haftars Truppen hatten im April eine Offensive zur Eroberung von Tripolis gestartet. Regierungstreue Verbände und Einheiten Haftars lieferten sich seither erbitterte Kämpfe um die Kontrolle der Hauptstadt. Nach UN-Angaben wurden bisher mehr als tausend Menschen getötet. Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten des nordafrikanischen Krisenstaates.

ml/nob (afp, dpa) 

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