VW investiert eine Milliarde in Indien | Wirtschaft | DW | 02.07.2018
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Automobilbranche

VW investiert eine Milliarde in Indien

In Indien ist auf dem Weg zum drittgrößten Automarkt der Welt. Der Volkswagen-Konzern nimmt nun viel Geld in die Hand, um seinen schwindenden Marktanteil in Indien zu vergrößern.

Der Volkswagen-Konzern will eine Milliarde Euro in Indien investieren. Das teilte der Chef der VW-Tochtergesellschaft Skoda, Bernhard Maier, am Montag in der indischen Hauptstadt Neu Delhi mit. Die Leitung des "India 2.0" genannten Expansionsprojekts werde Skoda übernehmen.

Ziel sei es, dass die Marken VW und Skoda bis zum Jahr 2025 einen gemeinsamen Marktanteil von bis zu fünf Prozent in Indien erreichen. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte der Konzern in Indien markenübergreifend nur rund 72.500 PKW verkaufen, das entspricht einem Marktanteil von 2,3 Prozent.

Starkes Wachstum - aber nicht für VW

Maier verwies auf Expertenschätzungen, wonach Indien Deutschland in den nächsten Jahren überholen und zum weltweit drittgrößten Automobilmarkt aufsteigen werde, nach China und den USA.

In Indien wurden 2017 rund 3,29 Millionen Autos verkauft, in Deutschland waren es im gleichen Zeitraum 3,44 Millionen.

Große Pläne in Indien hat Volkswagen schon lange. Für 2018 war eigentlich ein Marktanteil von 20 Prozent angepeilt. "Volkswagen hat sich in den vergangenen Jahren schwer getan, seine Wachstumsziele in Indien zu erreichen", räumte Maier ein.

Skoda Rapid (AP)

2011, als Skoda den Rapid vorstellte, wurden in Indien 2,4 Millionen Autos verkauft; inzwischen sind es 3,2 Millionen

Neue Modelle, neue Jobs

Beginnen soll die Modelloffensive 2020 mit einem mittelgroßen sportlichen Geländewagen. Die Skoda-Modelle für Indien sollen eine Variante des modularen Baukastens nutzen, auf dem auch der VW Polo basiert. Ebenfalls bis 2020 soll mit der Produktion weiterer, in Indien entwickelter VW- und Skoda-Modelle begonnen werden.

Die Investitionen des Wolfsburger Autobauers sollen größtenteils bis 2021 fließen. In einem Ingenieurzentrum sollen 4000 bis 5000 Arbeitsplätze entstehen.

Das VW-Werk in Aurangabad im Westen des Landes werde erweitert. Die Skoda-Modelle für Indien sollten zu 90 Prozent dort gebaut werden, sagte Maier. Später sei auch ein Export von Indien in andere Länder denkbar.

Platzhirsch Maruti-Suzuki

Aus der geplanten Partnerschaft von Skoda mit der indischen Tata Motors war im vergangenen Jahr nichts geworden. Die tschechische VW-Marke sei weiterhin offen für andere Bündnisse, sagte Maier. Gespräche darüber gebe es aber derzeit nicht.

Das japanisch-indische Joint-Venture Maruti Suzuki ist mit einem Marktanteil von fast 50 Prozent der mit Abstand größte Autobauer auf dem Subkontinent. Es folgen Hyundai-Kia aus Korea (16 Prozent), die indischen Anbieter Mahindra (7,5 Prozent) und Tata (6,4 Prozent) sowie Honda und Toyota (jeweils rund 5 Prozent).

bea/kle (reuters, dpa, VW, Statista, FI)

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