Volkswagen verkündet Bestellstopp bei Hybrid- und Ergasantrieben | Aktuell Deutschland | DW | 05.08.2018
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Hybrid- und Erdgasantrieb

Volkswagen verkündet Bestellstopp bei Hybrid- und Ergasantrieben

Interessierte Autokäufer umweltfreundlicher Antriebe kehren aktuell missmutig aus den VW-Autohäusern zurück: Der Konzern hat einen Bestellstopp für Hybrid- und Erdgasantriebe verfügt. Die Schuld gibt VW der Politik.

Deutschland Volkswagen E-Golf Produktion in Dresden (Getty Images/J. Schlueter)

Bis zum kommenden Jahr müssen Interessenten aktuell auf die Auslieferung eines E-Golfs warten

Auf eine Wartezeit von bis zu sieben Monaten müssen sich Käufer reiner Elektroantriebe einstellen, sagte ein VW-Sprecher in der "Welt am Sonntag". Für Autos mit Hybrid- und Erdgas-Antrieb würden derzeit gar keine Bestellungen angenommen. Hybrid-Fahrzeuge seien voraussichtlich 2019, Erdgasautos bereits im vierten Quartal 2018 wieder bestellbar. Der Bestellstopp bei diesen Antriebsarten hängt VW zufolge allerdings auch mit Modellwechseln und technischen Umstellungen zusammen. der Sprecher sprach von einer "recht hohen Nachfrage", wegen der bereits mehrfach die Kapazitäten erhöht worden seien. "Aber natürlich nehmen wir weiter Bestellungen für E-Fahrzeuge an". 

Der Grund für die Lieferengpässe: VW wie auch andere Hersteller schaffen es derzeit nicht, alle Fahrzeuge nach dem neuen Abgastest WLTP ("Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure") zertifizieren zu lassen. Bei VW werden daher konzernweit voraussichtlich 200.000 bis 250.000 Autos verspätet gebaut und geliefert. "Wir werden über drei Monate voraussichtlich 30 bis 50 Prozent weniger Varianten anbieten können", sagte VW-Chef Herbert Diess vor wenigen Tagen. 

Kritiker: VW hat die neue Lage verschlafen

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) rechnet nach Angaben vom Juni damit, dass noch mehr als 500 Genehmigungen ausstehen. Kritiker werfen den Autoherstellern vor, sie hätten nicht rechtzeitig auf die neue Lage reagiert. Die Branche selbst macht die Politik für die Probleme verantwortlich: Die Hersteller hätten erst vor elf Monaten die Verfahrensbeschreibung erhalten, "ein relativ kurzer Zeitraum", kritisierte VDA-Präsident Bernhard Mattes vor einigen Wochen. Zudem seien neue Partikel-Grenzwerte früher erlassen worden als sonst üblich. "Das hat bei vielen Herstellern dazu geführt, dass sie Benzinmotoren zusätzlich mit einem Partikelfilter ausrüsten mussten."

Die EU hatte festgelegt, dass künftig für Verbrauchs- und Emissions-Messungen WLTP verbindlich wird - mit Wirkung zum 1. September 2018. Zusätzlich wird ein Jahr später zum 1. September 2019 noch ein Realtest verbindlich. 

nob/sam (afp, dpa)