Viele Zivilisten bei Luftangriffen getötet | Aktuell Nahost | DW | 29.08.2019
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Syrien-Krieg

Viele Zivilisten bei Luftangriffen getötet

Die Rebellenhochburg Idlib war Ziel mehrerer Luftangriffe. Mindestens 15 Menschen starben, darunter auch mehrere Kinder. Ein Telefonat des türkischen Präsidenten Erdogan lässt leise Hoffnung keimen.

Das Bombardement auf die Stadt Maaret al Numaan in der Nähe von Idlib ereignete sich am späten Mittwochabend (Ortszeit). Nach Angaben der in Großbritannien ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben dabei mindestens 15 Menschen, vier von ihnen waren noch Kinder. 30 Menschen seien verletzt worden, viele von ihnen schwer. Aktivisten veröffentlichten Bilder von toten und verletzten Kindern.

In den vergangenen zwei Wochen waren Zehntausende aus Maaret al Numaan geflohen, weil sie Angst vor einer bevorstehenden Offensive der von Russland unterstützten syrischen Regierungstruppen hatten.

Syrien Luftangriff der syrischen Armee (picture-alliance/dpa/A. Alkharboutli)

Mitglieder der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme suchen in Maaret al Numaan nach Verletzten

Kampf gegen die Rebellen

Die Region um Idlib ist nach acht Jahren Bürgerkrieg die letzte verbliebene Rebellenhochburg in Syrien. Sie ist in der Hand von Dschihadisten, die Verbindungen zur al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front haben.

Bereits Ende April hatte der syrische Machthaber Baschar al-Assad sein Militär massiv gegen die Provinzen Hama und Idlib vorgehen lassen. Laut der Beobachtungsstelle wurden seit April mehr als 1030 Zivilisten geötet, darunter 256 Kinder. Mehr als 400.000 Menschen sind seitdem auf der Flucht.

Eigentlich hatten der Assad-Verbündete Russland und der Assad-Gegner Türkei im vergangenen Jahr ein Abkommen geschlossen, mit dem eine großangelegte Offensive gegen die Idlib-Region verhindert werden sollte. Erst am Dienstag hatten die Präsidenten beider Länder, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, in Moskau über die humanitäre Krise in der Provinz Idlib gesprochen

Die türkisch-russischen Spannungen sind gestiegen, seit in der Provinz Idlib syrische Regierungstruppen, unterstützt von der russischen Luftwaffe, in Gegenden vorrücken, in denen die Türkei Beobachtungsposten hat. Einer soll mittlerweile eingekesselt sein. Außerdem wurde vergangene Woche ein türkischer Konvoi aus der Luft angegriffen. Die Türkei fühlt sich durch die syrisch-russische Offensive im Nachbarland Syrien bedroht.

Telefonat mit Donald Trump

Die Lage in Syrien war nach Angaben aus Ankara am Mittwochabend auch Thema in einem Telefonat der Präsidenten Erdogan und Donald Trump. Man habe beschlossen, weiterhin zusammenzuarbeiten, um die Zivilisten in der Provinz Idlib so gut wie möglich zu schützen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Weitere Einzelheiten aus dem Gespräch wurden nicht bekannt.

mak/nob (afp, rtr, dpa)

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