Viele zivile Opfer bei Anti-Taliban-Aktion | Aktuell Asien | DW | 23.09.2019
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Afghanistan

Viele zivile Opfer bei Anti-Taliban-Aktion

Eine Kommandoaktion im Süden Afghanistans endet in einem Blutbad. Immer wieder geraten Unbeteiligte in die Schusslinie, wenn Islamisten bekämpft werden - zuletzt erst Mitte der vergangenen Woche.

Afghanistan Soldat Symbolbild (picture-alliance/AA/H. Sabawoon)

Afghanischer Soldat (Symbolbild)

Bei einem Einsatz von Spezialkräften der afghanischen Armee gegen die radikalislamischen Taliban sind zahlreiche Gäste einer Hochzeitsfeier getötet worden. Ein Mitglied der Regionalverwaltung sprach von mindestens 40 zivilen Opfern.

Ziel der Militäraktion in der südlichen Provinz Helmand am Sonntagabend sei ein Unterschlupf der Aufständischen gewesen, die dort vermutlich Selbstmordattentate vorbereitet hätten. Dabei sei unbeabsichtigt eine Hochzeitsfeier in einem benachbarten Gebäude unter Beschuss geraten. Das Verteidigungsministerium erklärte, bei dem Schlag seien 22 Taliban-Kämpfer getötet worden.

Drohnenattacke bei Pinienkern-Ernte

Es war der zweite derart folgenschwere Einsatz binnen weniger Tage. Erst Mitte der vergangenen Woche waren zahlreiche Zivilisten einem US-Drohnenangriff im Osten Afghanistans zum Opfer gefallen. Eigentliches Ziel waren Kämpfer der Terrormiliz "Islamischer Staat". Bei der Aktion wurden laut US-Militärkreisen aber auch Anwohner getroffen, die gemeinsam mit den Extremisten Pinienkerne in einem Wald geerntet hätten. Mindestens 32 Menschen seien getötet worden, unter ihnen auch Kinder.

Die Taliban hatten ungeachtet laufender Friedensverhandlungen ihre Angriffe zuletzt intensiviert. US-Präsident Donald Trump hatte die Gespräche unter Verweis darauf abgebrochen und weitere massive Militäroperationen gegen die Islamisten angekündigt.

jj/stu (rtr, ap)

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