Viele Verletzte bei Palästinenser-Protesten | Aktuell Nahost | DW | 29.12.2017
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Jerusalem-Konflikt

Viele Verletzte bei Palästinenser-Protesten

Bei Unruhen im Westjordanland und im Gazastreifen sind zahlreiche Palästinenser verletzt worden, einige lebensgefährlich. Mehrere Tausend hätten sich an den Ausschreitungen beteiligt, so eine israelische Armeesprecherin.

Protesten im Westjordanland (Reuters/M. Torokman)

Ein palästinensischer Demonstrant im Westjordanland

Demonstranten warfen laut der Sprecherin Steine auf Soldaten und rollten brennende Reifen in ihre Richtung. An der Grenze zum Gazastreifen hätten Soldaten gezielt auf vier Anstifter geschossen und diese getroffen.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Gazastreifen mindestens 40 Palästinenser durch Schüsse verwundet, einige schwebten in Lebensgefahr. Viele weitere seien durch Tränengas verletzt worden. Auch im Westjordanland wurde von mehreren Schussverletzungen berichtet. 

Nach palästinensischen Raketenangriffen aus dem Gazastreifen beschossen die israelischen Streitkräfte zudem erneut Stützpunkte der Hamas. Dabei wurde nach Angaben aus Gaza eine Hamas-Einrichtung komplett zerstört. Militante Palästinenser hätten zuvor drei Raketen auf israelisches Gebiet gefeuert, so die Armee. Zwei davon habe das Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) abgefangen. Die dritte Rakete traf laut israelischen Medienberichten ein Gebäude. Es sei jedoch niemand verletzt worden. Es sei das erste Mal seit mehr als einer Woche, dass es wieder zu Raketenangriffen gekommen sei.

Nach der US-Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt am 6. Dezember hatte Ismail Hanija, Chef der radikalislamischen Hamas, zu einem neuen Palästinenseraufstand, einer sogenannten Intifada, aufgerufen. Vor allem freitags kam es seitdem nach den muslimischen Mittagsgebeten immer wieder zu Zusammenstößen. Bisher sind bei Unruhen und israelischen Luftangriffen im Gazastreifen zwölf Palästinenser getötet und Hunderte verletzt worden.

ie/jj (afp, dpa)