Viele Tote bei Wirbelstürmen in den USA | Aktuell Amerika | DW | 04.03.2019
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Naturkatastrophe

Viele Tote bei Wirbelstürmen in den USA

Fast einen Kilometer breit, bis zu 218 Stundenkilometer schnell: Mit zerstörerischer Wucht ziehen Tornados durch den Südosten der USA. Warnungen der Behörden wurden offenbar missachtet - mit verheerenden Folgen.

Eine Serie von Wirbelstürmen hat in Alabama und Georgia mindestens 23 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Opfer könnte noch steigen - die Behörden sprechen von vielen Schwerverletzten und Vermissten. Der Sheriff von Lee County im Bundesstaat Alabama, Jay Jones, erklärte, das jüngste Todesopfer sei sechs Jahre alt, die Schäden seien "katastrophal". 

Laut Wetterdienst hatte der erste Tornado, der Lee County traf, einen Durchmesser von fast einem Kilometer. Aufnahmen vom Ort des Geschehens zeigen zerstörte Häuser, entwurzelte Bäume und mit Trümmern übersäte Straßen. In der Nähe der Stadt Smiths Station stürzte ein Mobilfunkmast auf eine vierspurige Schnellstraße. In Tausenden Haushalten fiel der Strom aus. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Tornados im Südosten der USA (picture-alliance/dpa/M. Haskey)

Enormes Hindernis: Ein Mobilfunkmast blockiert einen Highway

Behördenwarnungen in den Wind geschlagen?

Auch Gebiete im benachbarten Georgia wurden von den Tornados getroffen, die laut Nationalem Wetterdienst auf Windgeschwindigkeiten von bis zu 218 Kilometern pro Stunde kamen. Die Rede war von rund einem Dutzend Wirbelstürmen in beiden Bundesstaaten. Besonders hart traf es die Gemeinde Beauregard. Aber auch die umliegenden Gebiete seien verwüstet worden, sagte Jones.

Tornados im Südosten der USA (picture-alliance/dpa/WKRG-TV)

Bilder der Verwüstung aus Lee Count, Alambama

Die Behörden hatten zwar eine Warnung vor gefährlichen Tornados erlassen und die Bewohner der Gegend zu äußerster Vorsicht angehalten. Bewohner der Region waren aufgerufen, sich in Kellern oder im Erdgeschoss eines stabilen Hauses in Sicherheit zu bringen und die Nähe von Fenstern zu meiden. Doch die Warnungen wurden von vielen Menschen offenbar nicht ausreichend ernst genommen.

Trump kondoliert via Twitter

US-Präsident Donald Trump sprach den Familien und Freunden der Opfer sein Beileid aus. Im Kurzbotschaftendienst Twitter rief der Präsident die Bevölkerung zur Vorsicht auf. "Die Tornados und Stürme waren wirklich heftig, und weitere könnten folgen."

Tornados im Südosten der USA (picture-alliance/dpa/J. Lally)

Eine trichterförmige Tornadowolke auf ihrem Weg durch die Landschaft

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen. Voraussetzungen dafür sind große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in verschiedenen Höhen. Unter der Wolke steigt Warmluft nach oben. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und dann wie ein Rüssel aussieht. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados erzeugt einen Sog, hebt Hausdächer an und reißt alles in die Höhe.

cw/rb (afp, dpa)