Viele Tote bei Luftangriffen im Jemen | Aktuell Nahost | DW | 19.09.2015
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Aktuell Nahost

Viele Tote bei Luftangriffen im Jemen

Im Kampf gegen schiitische Rebellen hat die saudische Luftwaffe erneut Ziele im Jemen bombardiert. Dabei wurden zahlreiche Menschen getötet. Auch die Residenz des omanischen Botschafters wurde zerstört.

Bei den Luftangriffen vom Freitag und Samstag wurden mindestens 95 Menschen getötet, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf das rebellennahe Gesundheitsministerium. Demnach wurden bei den Angriffen der saudischen Luftwaffe in der Hauptstadt Sanaa 57 Menschen getötet und 130 verletzt. In der Provinz Saada, einer Hochburg der Rebellen, wurden 38 Menschen getötet. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition kommentierte die Angriffe nicht.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums fehlen die Kapazitäten um die zahlreichen Verletzten zu versorgen. In den Krankenhäusern mangele es an notwendigen Medikamenten, zudem fehle Benzin für die Krankenwagen.

Beschwerde aus Oman

Die saudische Luftwaffe hatte seit Freitagabend mehrere Ziele in der Hauptstadt angegriffen, darunter das Innenministerium. Anwohner sprachen von etwa zehn Luftschlägen auf das Ministeriumsgebäude im Norden der Stadt, auf eine nahegelegene Polizeistation und auf ein Militärgebäude. Auch das Gelände des Präsidentenpalasts, der bereits 2011 zerstört worden war, wurde getroffen.

Am frühen Samstagmorgen zerstörten Luftschläge mehrere Häuser in der Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Das Außenministerium von Oman teilte mit, das Wohnhaus des omanischen Botschafters sei getroffen worden. Opfer habe es dort nicht gegeben. "Das Bombardement ist eine eklatante Verletzung internationaler Abkommen und Normen", teilte das Außenministerium des arabischen Landes mit.

Jemen Saudi-arabischer Luftschlag in Sanaa

Geschundene Zivilbevölkerung: Rund 21 Millionen Menschen leiden in dem Konflikt im Jemen unter Gewalt und Elend.

Versorgungsengpässe, Elend, Gewalt

In den vergangenen Wochen hat die Allianz ihre Luftangriffe verstärkt. Anhänger des im Exil lebenden Präsidenten Abd-Rabbo Mansur Hadi bereiten sich derzeit auf die Wiedereroberung der seit September 2014 von Huthi-Rebellen kontrollierten Hauptstadt vor.

Dem Konflikt zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen sowie den Regierungstruppen und ihren Verbündeten fielen seit Ende März fast 4900 Menschen zum Opfer, 25.000 weitere wurden verletzt. 21 Millionen Menschen leiden unter teils dramatischen Versorgungsengpässen, Gewalt und Elend.

cr/jj (dpa, ap, rtr, afp)