Viele Tote bei Bootsunglücken im Mittelmeer | Aktuell Europa | DW | 03.06.2018
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Migration

Viele Tote bei Bootsunglücken im Mittelmeer

Wieder sind Dutzende Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Bei Bootsunglücken vor der tunesischen und der türkischen Küste kamen mehr als 50 Menschen ums Leben – darunter auch Kinder.

Tunesien Fischerboote auf den Kerkenna-Inseln (Imago/H. Sobik)

Von den tunesischen Kerkenna-Inseln starten neuerdings vermehrt Flüchtlingsboote (Archivbild)

Nach Angaben des tunesischen Verteidigungsministeriums kamen mindestens 48 Flüchtlinge ums Leben, als ihr Boot vor der tunesischen Küste nahe der Inselgruppe Kerkenna sank. Mindestens 68 Migranten aus Tunesien und anderen Ländern wurden demnach von der Küstenwache in Sicherheit gebracht. Die Suche nach Überlebenden musste am Abend eingestellt werden. 

Das Schiff soll Sicherheitskräften zufolge rund 180 Migranten mitgenommen haben, die meisten aus Tunesien, aber auch rund 80 Personen aus anderen afrikanischen Staaten. Ein Augenzeuge berichtete, der Kapitän habe das Boot verlassen, als es zu sinken begann. Das Ministerium geht davon aus, dass das Boot wegen Überfüllung verunglückte. 

Weil die Kontrollen in Libyen zuletzt verschärft wurden, starten immer mehr Flüchtlingsboote von Tunesien aus. Zuletzt hat sich die Inselgruppe Kerkenna zu einem Ausgangspunkt vieler illegaler Fahrten entwickelt. Im vergangenen Jahr hatten rund 5700 Tunesier versucht, Europa auf dem Seeweg zu erreichen. Tunesien steckt in einer Wirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit und die hohe Inflation sind drängende Probleme. Von dort wird oft die italienische Mittelmeerinsel Sizilien angesteuert. Die neue Regierung in Rom will die Flüchtlingszahlen reduzieren.

Weiteres Drama vor türkischer Küste

Auch vor der türkischen Küste der Provinz Antalya sank am Sonntag ein Boot mit Flüchtlingen. Dabei ertranken nach Angaben der türkischen Küstenwache mindestens neun Menschen, darunter sechs Kinder. Fünf Menschen an Bord seien von der Küstenwache beziehungsweise von einem Fischerboot gerettet worden. Zur Nationalität der Betroffenen machte die Küstenwache keine Angaben.

Die EU-Kommission hatte kürzlich mitgeteilt, dass die Zahl der Migranten, die über die Türkei illegal in die EU kommen, in den ersten Monaten des Jahres wieder deutlich angestiegen sei.

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) haben dieses Jahr bis Ende Mai schon mehr als 32.000 Flüchtlinge Europa auf dem Seeweg erreicht. Rund 660 Menschen kamen während der Überfahrt ums Leben. 

hk/kle (dpa, rtr, afp)

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