Viele Tote bei Anschlag auf Zug in Pakistan
24. Mai 2026
Bei dem Anschlag wurden nach offiziellen Angaben zudem mindestens 70 Menschen verletzt. Der Zug sei an einem Bahnübergang in der Provinzhauptstadt Quetta von einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug gerammt worden, teilte ein hochrangiger Behördenvertreter mit. Dies habe eine "gewaltige Explosion" zur Folge gehabt.
Der Zug sollte demnach von Quetta nach Peschawar im Nordwesten Pakistans fahren. An Bord befanden sich Armeeangehörige und deren Familienmitglieder, die anlässlich des islamischen Opferfestes in ihre Heimatorte reisen wollten.
Auch Bewohner eines nahegelegenen Apartmenthauses sollen ums Leben gekommen sein. Der Anschlagsort befindet sich in einem Wohngebiet.
Miliz spricht von Selbstmordanschlag
In allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern der Stadt sei der Notstand ausgerufen worden, teilte ein Sprecher der Provinzregierung mit. Durch die Explosion seien mindestens drei Waggons und die Lokomotive entgleist. Sicherheitskräfte hätten das Gebiet abgesperrt.
Die separatistische Miliz Baluchistan-Befreiungsarmee (BLA) reklamierte die Tat für sich und sprach von einem Selbstmordanschlag. Die BLA verübt immer wieder Anschläge auf Züge, Sicherheitskräfte und die Infrastruktur der rohstoffreichen Region, die im Westen an Iran und Afghanistan grenzt. Baluchistan ist die größte und zugleich ärmste Provinz Pakistans. Seit Jahrzehnten kämpfen dort ethnische baluchische Gruppen für Unabhängigkeit.
Pakistan wirft Indien Förderung der Gewalt vor
Erst im März 2025 hatten BLA-Kämpfer den Schnellzug "Jaffar Express" entführt und Hunderte Geiseln genommen. Bei dem anschließenden Militäreinsatz wurden 21 Geiseln, vier Soldaten und alle 33 Angreifer getötet.
Die pakistanische Regierung wirft dem Nachbarland Indien vor, die Gewalt zu fördern. Indien weist dies zurück.
Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif verurteilte den Anschlag in Quetta scharf. Die Tat habe zum tragischen Verlust unschuldiger Leben geführt, erklärte er.
gri/se (afp, rtr, dpa)
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