Viele Opfer bei Helikopter-Absturz in Sibirien | Aktuell Asien | DW | 04.08.2018
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Russland

Viele Opfer bei Helikopter-Absturz in Sibirien

Hubschrauber halten Russlands Ölindustrie im hohen Norden am Laufen: Mensch und Material können oft nur auf dem Luftweg zu den Einsatzorten kommen. Doch nun endete ein Flug mit vielen Passagieren tödlich.

Hubschrauber (picture-alliance/Udo Bernhart)

Hubschrauber vom Typ Mi-8 (Symbolbild)

Durch die Kollision zweier Hubschrauber der russischen Ölindustrie über Nordsibirien sind 18 Menschen ums Leben gekommen. Eine Maschine vom Typ Mi-8 stürzte ab und brannte aus. An Bord waren drei Crewmitglieder und 15 Ölarbeiter, die zu einer Bohrstelle fliegen wollten. Keiner von ihnen überlebte.

Der Rotor habe sich in der Hängelast eines anderen Hubschraubers verfangen, teilte der Ölkonzern Rosneft mit. Die zweite Maschine warf ihre Fracht ab und konnte sicher landen. Den Angaben zufolge ereignete sich der Unfall nahe der Ölförderanlage Wankorneft, einer Tochterfirma von Rosneft. Sie liegt 2700 Kilometer nordöstlich von Moskau in der Tundra jenseits des Polarkreises.

Flug auf Sicht

Die beiden Hubschrauber seien etwa gleichzeitig und rund einen Kilometer voneinander entfernt gestartet, sagte eine Quelle im Zivilschutz des sibirischen Gebiets Krasnojarsk. Die Piloten hätten auf Sicht fliegen sollen und ohne Aufsicht eines Fluglotsen. Nach etwa sieben Minuten sei es aus noch ungeklärter Ursache zu der Kollision gekommen. Die Wetterbedingungen in dem Gebiet seien gut gewesen, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft Utair, der die Mi-8 gehörte.

Utair erklärte auf der Unternehmenswebseite, die abgestürzte Maschine sei im Jahr 2010 gebaut worden. Der 1985 geborene Pilot verfügte demnach über reichlich Erfahrung: Er sei bereits knapp 6000 Stunden geflogen.

Wegelose Tundra

Russlands Reichtum an Erdgas und Öl liegt vor allem unter der wegelosen Tundra im Nordwesten Sibiriens. Hubschrauber sind das übliche Verkehrsmittel, um Arbeiter und Material zwischen den weit verstreut liegenden Förderanlagen zu transportieren.

Unfälle von Hubschraubern und Kleinflugzeugen sind in Sibirien und im äußersten Nordosten Russlands keine Seltenheit. Im April stürzte ein Mi-8-Helikopter im Osten des Landes ab, sechs Menschen kamen dabei ums Leben. Im November 2017 starben sechs Insassen eins Flugzeugs bei einem Absturz in der Region Chabarowsk.

jj/sam (dpa, afp)

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