Viele Flüge in den Iran werden eingestellt | Aktuell Welt | DW | 23.08.2018
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US-Sanktionen

Viele Flüge in den Iran werden eingestellt

Neben internationalen Fluggesellschaften kappen auch viele Internetplattformen - darunter Google - ihre Verbindungen zum Iran. Die Deutsche Lufthansa kündigte an, ohne Flugplanänderungen Teheran anfliegen zu wollen.

UK British Airways und Air France streichen Flüge nach Teheran (picture-alliance/AP Photo/F. Augstein)

Am 23. September fliegt die letzte British-Airways Maschine von Teheran nach London (Archivbild)

Die Fluggesellschaften Air France und British Airways stellen ihre Flüge in die Hauptstadt des von US-Wirtschaftssanktionen getroffenen Iran ein. Ein Sprecher des französisch-niederländischen Konzerns Air France-KLM sagte, der Schritt sei nicht den amerikanischen Sanktionen geschuldet, sondern dem schlechten wirtschaftlichen Erfolg der Verbindung zwischen Paris und Teheran. Der letzte Air France Rückflug aus dem Iran ist für den 18. September vorgesehen. Die britische Fluggesellschaft British Airways begründete das Ende ihrer Flüge zwischen London und Teheran ebenfalls damit, dass die Verbindung derzeit wirtschaftlich nicht tragfähig sei. Ihr vorerst letzter Flug auf der Strecke soll den Iran am 23. September verlassen. Die niederländische Air-France-Schwester KLM hatte bereits Anfang Juli angekündigt, vom 24. September an keine Direktflüge nach Teheran mehr anzubieten.

Die Deutsche Lufthansa wird weiterhin Teheran anfliegen

Die Deutsche Lufthansa teilte mit, dass sie keine Pläne habe, Flüge nach Teheran einzustellen. Die Fluggesellschaft beobachte die Entwicklung sehr genau. Die Airline werde bis auf weiteres ihre Flüge nach Teheran wie vorgesehen und ohne Änderungen fortsetzen. Die US-Regierung hat bereits eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen den Iran wieder in Kraft gesetzt, weitere Sanktionen sollen im November folgen. So drohen die USA Firmen aus dritten Ländern mit Strafmaßnahmen, sollten sie weiterhin Geschäfte mit dem Iran betreiben. Mehrere Unternehmen haben sich daraufhin aus dem Land zurückgezogen oder diesen Schritt angekündigt. Damit schrumpft auch die Nachfrage nach Flügen in den Iran.

Auch die Internetplattformen Facebook, Twitter und Google scheinen auf den fahrenden Sanktionszug aufgesprungen zu sein und haben mehrere Nutzerkonten mit Verbindungen in den Iran gesperrt. Mehrere Konten seien abgeschaltet worden, die ihre Zugehörigkeit zur staatlichen iranischen Rundfunkgesellschaft Irib verschleiert hätten, erklärte Googles Vize-Präsident Kent Walker. Wer auf diese Art und Weise "beeinflusse", verstoße gegen die Regeln von Google. Demnach wurden 39 Youtube-Kanäle gesperrt, deren Videos in den USA 13.500 Mal angesehen wurden. Zudem wurden sechs Konten der Plattform Blogger und 13 Konten des Netzwerkes Google+ lahmgelegt. 

Google informiert die US-Strafverfolgungsbehörden

Darüber hinaus habe Google auch selbst nach "verdächtigen Akteuren im Zusammenhang mit dem Iran" gesucht. Der Konzern erklärte, auch die US-Strafverfolgungsbehörden über seine Untersuchungen informiert zu haben. Erst am Mittwoch hatten Facebook und Twitter erklärt, gezielte Desinformationskampagnen aus Russland und dem Iran gestoppt zu haben. Facebook entfernte mehr als 650 Seiten, die als irreführend eingestuft wurden, wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg erklärte. Twitter schaltete nach eigenen Angaben 284 Nutzerkonten ab, die sich "an koordinierter Manipulation" beteiligt hätten. 

nob/mak (dpa, rtr)