Viele Festnahmen bei neuer Randale in Brüssel | Aktuell Europa | DW | 25.11.2017
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Belgien

Viele Festnahmen bei neuer Randale in Brüssel

Am Rande einer Demonstration gegen mutmaßliche Versklavung von Schwarzafrikanern in Libyen ist es in der belgischen Hauptstadt Brüssel zu Ausschreitungen gekommen. 50 Menschen wurden festgenommen.

Das teilte die Brüsseler Polizei im Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Der öffentlich-rechtliche Sender RTBF berichtete, es handele sich um Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Sie hätten Geschäfte in einem zentrumsnahen Viertel angegriffen, sagte Polizeisprecherin Ilse Van de Keere der Nachrichtenagentur AFP.

Wurfgeschosse auf die Polizei

Die Randalierer hätten sich von der Demonstration gegen Sklaverei in Libyen gelöst und sich dann vermummt, erklärte die Sprecherin weiter. Auf Bildern belgischer Medien ist zu sehen, dass sie Schäden an zwei Geschäften anrichteten. Die Randalierer hätten auch einen Polizeiwagen angegriffen und Wurfgeschosse eingesetzt, sagte de Keere.

Ein Großaufgebot der Polizei stellte bis zum Abend die Ruhe wieder her. Laut belgischer Nachrichtenagentur Belga wurden ein Wasserwerfer und ein Hubschrauber zur Verstärkung geschickt.

Es war bereits der dritte Gewaltausbruch mitten in Brüssel binnen weniger Wochen. Am 11. November gab es Ausschreitungen nach der Qualifikation von Marokko für die nächste Fußball-Weltmeisterschaft. Vier Tage später gab es Ausschreitungen, als die Polizei eine nicht genehmigte Versammlung auflösen wollte, die ein junger Star der sozialen Online-Netzwerke organisiert hatte.

Die Vorfälle entfachten eine Debatte über die Sicherheitslage in der belgischen Hauptstadt und den Umgang der Brüsseler Polizei mit Versammlungen. Der belgische Innenminister Jan Jambon, der der nationalistischen flämischen Partei N-VA angehört, verurteilte den jüngsten Gewaltausbruch scharf. "In Brüssel verhalten sich Krawallmacher einmal mehr inakzeptabel", schrieb er auf Twitter.

Die Polizei habe Anweisung, "die Plünderungen zu stoppen und ein Maximum an Personen festzunehmen". "Null Toleranz. Die Bundespolizei bekommt Verstärkung", fügte Jambon hinzu.

haz/stu (afp)