VfL Wolfsburg rückt auf Platz vier vor | Sport | DW | 20.12.2020
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13. Spieltag

VfL Wolfsburg rückt auf Platz vier vor

Die Wölfe siegen im letzten Bundesligaspiel des Jahres. Schalke verliert auch mit seinem Jahrhundertrainer Huub Stevens. Und bei der Borussia sorgt Marcus Thurams Spuckattacke für ein unrühmliches Jahresende.

Corona-Alarm beim VfL Wolfsburg: Erst am Samstag erfuhr Trainer Oliver Glasner von den Infektionen und damit dem Ausfall gleich vier Leistungsträger. Und trotzdem steht der Werksklub zum Jahresende nun auf dem vierten Tabellenplatz. Die Wölfe setzten sich am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart im letzten Bundesliga-Spiel des Jahres mit 1:0 (0:0) durch und schob sich so in der Tabelle an Borussia Dortmund vorbei.

"Das war ganz knapp und nicht der beste Fußball. Es war eigentlich ein Unentschieden-Spiel", sagte VfL-Torjäger Wout Weghorst bei Sky: "Angst hatten wir wegen der positiven Tests nicht, aber die Vorbereitung war schon gestört. Daher war das eine ganz starke Mannschaftsleistung." Josip Brekalo traf in der 50. Spielminute per direktem Freistoß, den VfB-Angreifer Silas Wamangituka entscheidend abfälschte. Für den so auswärtsstarken VfB Stuttgart war es am 13. Spieltag die erste Auswärtsniederlage.

Bruno Labbadia kritisiert Matheus Cunha scharf

Die 1:4 (0:1)-Niederlage beim FC Freiburg hat Hertha-Coach Bruno Labbadia sehr verägert. So sehr, dass er sich über einen bestimmten Spieler ungewohnt heftig echauffierte: Matheus Cunha. "Er war in der ersten Halbzeit unterirdisch," so Labbadias Urteil über den Brasilianer, der für den frühen Rückstand mitverantwortlich war. "Er ist noch ein junger Mensch mit 21, aber er muss es schleunigst verändern. Er zieht sich selber runter, bringt seine Leistung nicht, zieht die Mannschaft runter. Es ist sehr selten, dass ich so was mache, aber ich sage es ganz ehrlich: Ich bin total verärgert."

Die Niederlage nur an einem Spieler festzumachen, wäre aber nicht fair, das sieht auch Maximilian Mittelstädt so: "Gegen so eine aggressive Freiburger Mannschaft muss man konsequenter in den Zweikämpfen sein - das war in der ersten Halbzeit einfach nicht der Fall. Wir sind überhaupt nicht ins Spiel gekommen."

13 Punkte aus 13 Spielen, Platz 14: Hertha BSC verabschiedet sich mit einer dürftigen Ausbeute in die Winterpause. Der SC Freiburg hat sich dagegen mit drei Siegen in Serie wieder gefangen.

Schalke: Neuer Trainer, alte Probleme
Der alte und neuer Schalker Trainer Huub Stevens gestikuliert beim Spiel gegen Armina Bielefeld

Neuer Trainer, alter Probleme: Schalkes Feuerwehrtrainer Huub Stevens

Huub Stevens wollte seinem Team innerhalb eines Tages den "Spaß an der Arbeit" wiederbringen. Was der Niederländer aber zu sehen bekam, war Kampf und Krampf von seinem Team. Die Arminia aus Bielefeld war in diesem Abstiegsgipfel zwar spielerisch nicht viel besser, aber ihr gelang es dennoch ein paar mehr Torannäherungen herauszuspielen. Und eine große Möglichkeit hatten die Ostwestfalen bereits in der ersten Hälfte, als Sergio Córdova sich gegen Ozan Kabak durchsetzte und aus zehn Metern den Innenpfosten traf, der Ball aber wieder zurück ins Feld sprang.

Der nächste große Dämpfer kam dann für die Königsblauen, als die S04-Verteidiger die Arbeit einstellten und Fabian Klos völlig freistehen ließen. Der Arminia-Angreifer konnte ungehindert aus sechs Metern einköpfen. Es war das 25. Spiel in Folge, in dem die Schalker einen Gegentreffer hinnehmen mussten. Dabei war Stevens' Motto nicht nur vor diesem Spiel: "Die Null muss stehen."  

Den Schalkern fehlten wie schon in der gesamten Saison die Ideen, wie sie ein Tor erzielen sollten. Das 29. Spiel in Folge ohne Bundesligasieg konnte das Stevens-Team nicht verhindern - der Abstieg rückt mit gerade einmal vier Pünktchen nach 13 Partien immer näher. "Wir können nicht aufgeben, wir müssen immer weitermachen. Wir kommen da nur gemeinsam raus", sagte der sichtlich desillusionierte Stevens nach der Partie. Der 67-Jährige dürfte froh sein, wenn diese eine Woche als Interimstrainer vorüber ist.    

Hoffenheim schockt Gladbach, Thuram spuckt und sieht "Rot" 

Gladbachs Marcus Thuram sieht Rot

Gladbachs Marcus Thuram sieht "Rot"

Lars Stindl ist dafür da, Verantwortung im Team zu übernehmen. Nicht umsonst haben die Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach einen Tag vor dem Spiel gegen 1899 Hoffenheim den Vertrag mit dem 32-Jährigen bis 2023 verlängert. Und dieses Vertrauen rechtfertigte Stindl gegen das Team aus dem Kraichgau, als er nach 34 Minuten einen Foulelfmeter verwandelte. Alles schien in die richtige Richtung für das Team vom Niederrhein zu laufen: Denn die Hoffenheimer waren zwar ein Gegner auf Augenhöhe, ihnen fehlte zunächst aber ein wenig Glück bei ihren Angriffsversuchen. Andrej Kramaric traf nur den Pfosten. In der zweiten Hälfte zielte der Angreifer dann aber genauer und er verwandelte zum 1:1.

Für den negativen Höhepunkt sorgte dann Gladbachs Marcus Thuram, der Hoffenheims Verteidiger nach einem verbalen Disput anspuckte, dafür Rot sah und des Feldes verwiesen wurde. Gerade in Corona-Zeiten eine besonders unverständliche Reaktion des Franzosen, die wohl ein Nachspiel haben wird. "Er ist ein wohlerzogener Junge, das weiß ich. Das geht gar nicht. Das gehört auf keinen Fußballplatz. Dafür können wir uns nur entschuldigen, das geht zu weit", sagte Gladbach-Trainer Marco Rose.  

In Überzahl erhöhten die Hoffenheimer noch einmal den Druck und Ryan Sessegnon drehte die Partie mit seinem Treffer kurz vor dem Ende. Thuram hatte seiner Mannschaft mit seiner groben Unsportlichkeit einen "Bärendienst" erwiesen.    

RB Leipzig zu müde für ein Tor

RB Leipzig biss sich gegen den 1.FC Köln die Zähne aus. Die Rheinländer hatten "Beton" angerührt und suchten ihr Heil nahezu allein in einer kompakten Defensive. Den Sachsen waren die Strapazen der vergangenen Wochen und Monaten deutlich anzumerken. Es fehlten körperliche und geistige Frische beim Team von Julian Nagelsmann. Dennoch quälten sie sich über die 90 Minuten und wollten diesen einen Treffer unbedingt erzielen. Aber ihnen fehlte die Leichtigkeit, um zumindest einen ihrer zahlreichen viel versprechenden Angriffe erfolgreich zu beenden. Während die Kölner ihren Punktgewinn lautstark feierten, erlitten die Leipziger einen Rückschlag im Titelkampf.   

Frankfurt souverän, Für Bremen trifft ein Debütant

Amin Younes (l.) und Andre Silva (r.) feiern einen Frankfurter Treffer.

Amin Younes (l.) und Andre Silva (r.) feiern einen Frankfurter Treffer.

Eintracht Frankfurt beendet beim FC Augsburg eine Serie von neun Bundesligaspielen ohne Sieg. Augsburgs Verteidiger Raphael Framberger unterlief zu Beginn der zweiten Hälfte ein Eigentor, Verteidiger Stefan Ilsanker traf zum Sieg für die Hessen, die nun erst einmal etwas beruhigter in die Bundesligapause gehen können. 

Nach einem schwachen Spiel geht Werder Bremen als glücklicher Sieger beim FSV Mainz 05 vom Platz. Eren Dinkci erzielte in seinem ersten Bundesligaspiel den entscheidenden Treffer, der den Hanseaten ein bisschen mehr Luft zum Atmen im Kampf gegen den Abstieg lässt.  

BVB verliert trotz Moukokos Rekord-Tor

Im zweiten Anlauf hat es geklappt mit dem Rekordtor. Nachdem BVB-Jungstar Youssoufa Moukoko in der 45. Minute noch mit einem Schuss knapp am rechten Pfosten gescheitert war, versenkte er nach einer Stunde den Ball im Tor von Union Berlin. Mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 (60. Minute) beim 1. FC Union Berlin avancierte Moukoko mit 16 Jahren und 28 Tagen zum jüngsten Torschützen der Bundesliga-Geschichte.

Der BVB-Stürmer löste damit Florian Wirtz ab, der für Bayer 04 Leverkusen im Juni mit 17 Jahren und 34 Tagen getroffen hatte. Und Moukoko hatte durchaus Gelegenheiten, gleich seinen zweiten Treffer nachzulegen. Einmal scheiterte er an Union-Torhüter Andreas Luthe (63.), einmal trat er kurz vor dem Tor unglücklich in den Rasen (71.).

Fußball Bundesliga Union Berlin - Borussia Dortmund | Youssoufa Moukoko

Youssoufa Moukoko (r.) freut sich über sein erstes Bundesliga-Tor

Zwei Union-Tore nach Ecken

Am Ende schlichen die Dortmunder dennoch mit gesenkten Köpfen vom Platz. Denn trotz Moukokos Rekordtor verloren die Schwarz-Gelben bei Union mit 1:2 (0:0). Beide Gegentreffer fielen nach Kopfbällen, beide nach Ecken: Union ging durch Taiwo Awoniyi (57.) mit 1:0 in Führung, nach dem BVB-Ausgleich traf Marvin Friedrich (78.) zum 2:1-Endstand. Bei beiden Gegentreffern sah die Dortmunder Abwehr schlecht aus. So verteidigt keine Spitzenmannschaft. Für den BVB war es im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer Edin Terzic ein erster Rückschlag. "Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, nicht umgesetzt", sagte der 38-Jährige. "Wir haben uns nicht gut bewegt, der Ball rollte zu langsam." Freuen konnte sich nur ein Dortmunder: Youssoufa Moukoko, der Bundesliga-Geschichte geschrieben hat. 
 

VfL Wolfsburg - VfB Stuttgart 1:0
Tor:
1:0 Brekalo (49.)

SC Freiburg - Hertha BSC 4:1
Tore: 1:0 Grifo (7.), 1:1 Lukebakio (52.), 2:1 Demirovic (59.), 3:1 Gulde (67.), 4:1 Petersen (90.+4, Foulelfmeter)

RB Leipzig - 1.FC Köln 0:0
Tore:
- 

FC Schalke 04 - Arminia Bielefeld 0:1
Tore:
0:1 Klos (53.)

FC Augsburg - Eintr. Frankfurt 0:2
Tore:
0:1 Framberger (53. Eigentor), Ilsanker 0:2 (87.) 

Bor. Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim 1:2
Tore:
1:0 Stindl (34.), 1:1 Kramaric (76.), 1:2 Sessegnon
Bes. Vorkommnisse: Thuram (79., Rote Karte) 

Mainz 05 - Werder Bremen 0:1
Tore:
0:1  Dinkci (90.) 

Union Berlin - Borussia Dortmund 2:1 (0:0)
Tore:
1:0 Awoniyi (57.), 1:1 Moukoko (60.), 2:1 Friedrich (78.)

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