Vertrauen in Donald Trumps weltpolitische Fähigkeiten gering | Amerika - Die aktuellsten Nachrichten und Informationen | DW | 09.01.2020
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Amerika

Vertrauen in Donald Trumps weltpolitische Fähigkeiten gering

Eine globale Studie zeigt: In vielen Ländern der Welt genießt der US-Präsident kein hohes Ansehen, auch viele seiner politischen Strategien kommen nicht gut an. Überraschend ist das Umfrageergebnis aus der Ukraine.

US-Präsident Donald Trump erfreut sich weltweit immer noch nicht besonders großer Beliebtheit. In vielen Ländern haben die Menschen kein großes Vertrauen in seine politischen Fähigkeiten. Das zeigt eine neue Studie des angesehenen Pew Research Center, für die zwischen Mai und Oktober vergangenen Jahres Menschen in 33 Ländern außerhalb der USA befragt wurden. 

Weltweit sagten nur 29 Prozent der Befragten, sie hätten Vertrauen, dass Trump weltpolitisch die richtigen Entscheidungen treffen würde. 64 Prozent hatten kein Vertrauen, 7 Prozent antworteten mit "Ich weiß nicht". Der US-Präsident schneidet damit im Mittel schlechter ab als die meisten anderen Regierungschefs, die Befragte in der Pew-Studie bewerten sollten.

Am meisten Vertrauen haben die Menschen auf der Welt in Bundeskanzlerin Angela Merkel. 46 Prozent der weltweit Befragten gaben an, sie würden darauf vertrauen, dass Merkel in der Weltpolitik die richtigen Entscheidungen treffe. Auf die Bundeskanzlerin folgten Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (41 Prozent) und Russlands Präsident Wladimir Putin (33 Prozent). Schlechter als Trump schnitt nur der chinesische Regierungschef Xi Jinping ab - nur 28 Prozent der Befragten sagten, sie würden seinen weltpolitischen Entscheidungen vertrauen. Allerdings ist der Anteil derer, die ihm explizit nicht vertrauen, kleiner als bei Trump. Nur 43 Prozent äußerten sich negativ, 23 Prozent antworteten mit "Ich weiß nicht".

Die Ukraine vertraut in Trump?

Das Image des US-Präsidenten lässt sich aber nur bedingt mit diesem Mittelwert darstellen - die Antworten waren von Land zu Land sehr unterschiedlich. Im Nachbarland Mexiko, vom dem sich Trump mit seiner berüchtigten Mauer abgrenzen will, lag das Vertrauen in seine weltpolitischen Entscheidungen bei nur 8 Prozent. Im Vereinten Königreich vertraut immerhin fast ein Drittel der Menschen in die Fähigkeiten des US-Präsidenten, aber im Rest Westeuropas sieht es weniger gut aus. So gaben etwa nur 13 Prozent der Deutschen an, Vertrauen in Trumps weltpolitische Entscheidungen zu haben.

Infografik Karte Vertrauen in Trumps Politik weltweit DE

Das beste Image hat der US-Präsident in den Philippinen. Dort gaben fast drei Viertel der Menschen an, Vertrauen in seine weltpolitische Entscheidung zu haben. In Israel, zu dem die USA unter Trump ein enges Verhältnis haben, vertrauen ihm 71 Prozent der Menschen. In Polen sind es immerhin noch knapp über die Hälfte.

Überraschend sind die Ergebnisse aus der Ukraine und Russland. In der Ukraine gaben 44 Prozent der vom Pew Research Center Befragten an, Vertrauen in die weltpolitischen Entscheidungen des US-Präsidenten zu haben - mehr als doppelt so viele wie in Russland. Und das, obwohl Trump fast 400 Millionen Dollar an Militärhilfe für die Ukraine zurückgehalten haben soll, die für das Land entscheidend im Kampf gegen Russland waren?

"Die Befragung fand statt, bevor das Telefonat zwischen Trump und [dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr, Anm. d. Red.] Selenskyj öffentlich wurde", erklärt Jacob Poushter, ein Vizedirektor am Pew Research Center, im DW-Gespräch. "Ansichten ändern sich mit der Zeit", speziell nach so einschneidenden politischen Ereignissen wie die Veröffentlichung des Telefonat-Transkripts, aus dem ersichtlich wurde, dass Trump die Ukraine unter Druck gesetzt hatte. Auch nach einem Präsidentenwechsel schwanken die Zahlen stark. So brach nach dem Ende von Barack Obamas Amtszeit in vielen westeuropäischen Ländern das Vertrauen in den US-Präsidenten ein

Gegen Zölle, für die Annährung an Nordkorea

In der Studie wurden Teilnehmer auch zu bestimmten politischen Vorstößen des US-Präsidenten befragt. Am schlechtesten schnitt dabei Trumps Entscheidung ab, Zölle auf importierte Waren zu erhöhen. 68 Prozent der weltweit Befragten lehnten diesen Schritt ab. Etwas über die Hälfte aller Befragten steht der strikten Einwanderungspolitik der US-Regierung negativ gegenüber, durch die weniger Migranten ins Land kommen.

Infografik Trump Politik DE

Anklang hingegen findet der Vorstoß Washingtons in der Beziehung zwischen den USA und Nordkorea. Trump war der erste Präsident, der sich mit einem nordkoreanischen Machthaber traf. Er kam mehrmals mit Kim Jong Un zusammen, um über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas zu verhandeln. 41 Prozent der weltweit befragten Menschen sehen das positiv, 36 Prozent lehnen die Verhandlungen ab.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse ist es besonders interessant zu sehen, wie negativ eine Mehrheit der Befragten den Rückzug der USA aus dem Atomdeal mit dem Iran sieht. Im verschärften Konflikt mit dem Iran betont Präsident Trump immer wieder, wie schlecht das Abkommen für die USA war und dass es dem Iran zu viele Freiheiten einräumte. Aber 52 Prozent der weltweit Befragten sehen den Ausstieg der USA im Jahr 2018 als eine schlechte Entscheidung an.

Um Präsident Trumps Image ist es, mit einigen Ausnahmen, also nicht besonders gut bestellt in der Welt. Aber die Menschen, die in allen Ecken der Erde für die Studie befragt wurden, unterscheiden durchaus zwischen dem Präsidenten und ihrer Einschätzung der Vereinigten Staaten. 54 Prozent von ihnen haben ein positives Bild der USA. "Der aktuelle Präsident ist zwar ein großer Faktor wenn es ums USA-Bild geht, aber nicht der einzige", sagt Poushter. "Wichtig für das Image des Landes sind auch Dinge wie wirtschaftliche Macht, Popkultur und das Respektieren von Menschenrechten."

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