Verteidigungsministerium: Großgerät der Bundeswehr nicht voll einsatzbereit | Aktuell Deutschland | DW | 26.02.2018
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Bundeswehr

Verteidigungsministerium: Großgerät der Bundeswehr nicht voll einsatzbereit

Erhebliche Mängel bei der Einsatzbereitschaft von Heer und Marine - das räumt nun auch das Verteidigungsministerium ein. Besserung ist kurzfristig nicht in Sicht. Dennoch sieht die Behörde keinen Grund zur Sorge.

Mehrzweck-Helikopter vom Typ NH90 (picture-alliance/C. Rehder)

Ein Transport-Helikopter NH90, der vor allem in Afghanistan und Mali eingesetzt wird

Die Bundeswehr kämpft weiter mit der mangelnden Einsatzfähigkeit etlicher ihrer Hauptwaffensysteme. So waren im vorigen Jahr durchschnittlich nur 13 von 58 Transporthubschraubern des Typs NH90 einsatzbereit, wie aus dem neuen Bericht des Verteidigungsministeriums hervorgeht, der dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt, und der am Mittwoch im Verteidigungsausschuss des Bundestags vorgestellt werden soll. Die Helikopter werden vor allem in Afghanistan und Mali verwendet.

Auch beim Militärhubschrauber vom Typ Tiger fielen demnach viele aus, nur zwölf von 62 Maschinen seien im Schnitt einsatzfähig gewesen. Schwere Defizite gab es laut dem Bericht auch bei den 15 Transportflugzeugen A400M, von denen durchschnittlich nur drei einsatzbereit waren. Von den 128 zur Verfügung stehenden Kampfflugzeugen vom Typ Eurofighter konnten demnach im Schnitt nur 39 genutzt werden. Von den 244 Leopard-2-Panzern seien nur 105 einsatzbereit gewesen.

 

Luftwaffengeschwader 31 Boelcke Eurofighter (picture-alliance/ CITYPRESS 24)

Auch die Eurofighter der Bundeswehr bleiben derzeit eher am Boden

Zu Wasser sah die Lage nicht besser aus. Von 13 Fregatten standen laut Verteidigungsministerium im Schnitt fünf zur Verfügung, bei U-Booten der Klasse 212A war es eines von insgesamt sechs. Zum Jahresende fiel auch dieses aus.

Verteidigungsministerium sieht Lage dennoch optimistisch

Nach Einschätzung des Verteidigungsministeriums hat sich die Gesamtsituation dennoch verbessert. So sei "die Anzahl der einsatzbereiten Waffensysteme in den letzten drei Jahren um zirka 550 gestiegen", schreibt das Ministerium. Auch sei die Einsatzbereitschaft der Truppe in den Auslandseinsätzen und bei Verpflichtungen wie der Beteiligung an der NATO-Eingreiftruppe VJTF gewährleistet. Dies gehe aber "natürlich zulasten des Grundbetriebs", heißt es weiter.

Kampfpanzer Leopard (picture-alliance/dpa/P. Steffen)

Nicht einmal die Hälfte ihrer Kampfpanzer vom Typ Leopard-2 kann die Bundeswehr derzeit nutzen

Besserung erst mittelfristig erwartet

Die Behörde erklärt die Materialprobleme unter anderem mit einer verstärkten Abnutzung der Waffensysteme durch die gestiegene Zahl von Übungen und Einsätzen im Zusammenhang mit der verschlechterten Sicherheitslage seit der Ukraine-Krise. Weitere Gründe seien zu geringe Ersatzteilvorräte nach jahrzehntelangen Einsparungen sowie schlicht das Alter der Waffensysteme, die teils seit vielen Jahrzehnten bei der Bundeswehr im Einsatz sind. Eine nachhaltig positive Wirkung des Kurswechsels in der Rüstungspolitik sei erst mittelfristig zu erwarten, schreibt das Ministerium.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen warb nochmals um Nachsicht. "Wir können nicht in wenigen Jahren alles aufholen, was zuvor 25 Jahre lang abgebaut und gespart worden ist", sagte die CDU-Politikerin der "Passauer Neuen Presse". Bei Ausrüstung im Gesamtwert von rund 200 Milliarden Euro sei die vollständige Modernisierung "ein langsamer und mühsamer Weg". 

se/haz (afp, rtr, dpa)

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