Vermeintlich klare Verhältnisse im Pokal | Sport | DW | 10.02.2014
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Sport

Vermeintlich klare Verhältnisse im Pokal

Dortmund ist schon durch, sechs andere Clubs wollen ebenfalls ins Halbfinale. Als Außenseiter geht der einzige Zweitligist Kaiserslautern ins Spiel. Und auch für den Hamburger SV dürfte es schwer werden.

Oft lebt die Spannung im DFB-Pokal von den Duellen zwischen Klein und Groß. Amateurvereine fordern arrivierte Bundesligisten heraus und versuchen die Chance zu nutzen, die sie eigentlich nicht haben. Im Viertelfinale des diesjährigen DFB-Pokals könnte nun auch eine Paarung zweier Bundesligisten zu solch einer Partie zwischen David und Goliath werden: Denn damit dass Rekordpokalsieger und Bundesliga-Tabellenführer Bayern München auswärts beim kriselnden Hamburger SV stolpern könnte, rechnet wohl niemand. Zu stark sind die Bayern, zu schwach die Hamburger. Der HSV ist nach sechs Niederlage in Folge und einer achtstündigen Aufsichtsratsitzung zur Zukunft des Vereins und der des Trainers Bert van Marwijk, die letztlich ergebnislos endete, schwer angeschlagen: Eine Mannschaft ohne Selbstbewusstsein, ohne Teamgeist und mit einem Trainer, dessen Tage in Hamburg wohl gezählt sind. Viel Hoffnung macht das nicht.

Trotzdem warnen die Gegner aus München vor den Hamburgern. "Wir können in diesem Spiel keinen Titel gewinnen, aber wir können einen Titel verlieren", mahnte Bayern-Coach Pep Guardiola. Weder die HSV-Spieler noch Bert van Marwijk hätten ihre Qualitäten verloren. "Marwijk stand mit Holland im WM-Finale. Er ist ein Super-Trainer. Und die Hamburger Spieler wollen reagieren gegen Bayern München. Es ist ein anderer Wettbewerb, es ist nur ein Spiel", sagte Guardiola. Auch Karl-Heinz Rummenigge stellt sich auf einigen Widerstand der HSV-Profis ein. "Das ist die große Gefahr, dass alle den HSV gegen Bayern München schon aufgegeben haben", sagte der Bayern- Vorstandsvorsitzende und empfahl dem eigenen Personal: "Wir tun gut daran, uns durch die Ereignisse in Hamburg nicht einlullen zu lassen."

1,75 Millionen für den Einzug ins Halbfinale

Ebenfalls klar verteilt scheint die Favoritenrolle in der Partie des Bundesliga-Zweiten Bayer 04 Leverkusen, der den 1. FC Kaiserslautern empfängt. Der FCK ist der letzte noch im Wettbewerb verbliebene Zweitligist. Für die Kaiserslauterer, die in der 2. Bundesliga um den Aufstieg kämpfen, könnte der Pokal zur Goldgrube werden. 1, 75 Millionen Euro werden für das Erreichen des Halbfinals ausgezahlt. Leverkusen, das in der vergangenen Saison im Achtelfinale gegen den VfL Wolfsburg rausflog, will nach 2009 wieder zum Endspiel nach Berlin fahren - damals verlor die Wekself mit 0:1 gegen Werder Bremen.

Fußball Bundesliga 19. Spieltag Bayer 04 Leverkusen - VtB Stuttgart

Leverkusen will gegen den FCK gewinnen und ins Halbfinale - aber nicht in Bestbesetzung

Bayer-Coach Sami Hyypiä erwägt angesichts der bevorstehenden Belastungen in den nächsten Wochen gegen den Zweitliga-Dritten eine maßvolle Personalrotation, zumal er derzeit die Qual der Wahl hat. "Wir probieren, die richtige Entscheidung zu treffen. Kaiserslautern ist eine sehr robuste Mannschaft und sehr zweikampfstark", sagte der Finne. Der Südkoreaner Heung Min Son sieht dem harten Programm mit dem folgenden Bundesliga-Topspiel am Samstag (15.02.2014) gegen Schalke 04 sowie dem Champions-League-Achtelfinale gegen Paris Saint Germain drei Tage darauf gelassen entgegen: "Es kommen harte englische Wochen, aber wir sind vorbereitet."

Für den FCK hat der Bundesliga-Aufstieg in dieser Saison zwar Priorität, doch ein Cup-Halbfinale würde man gern mitnehmen. "Leverkusen ist von der Papierform her klarer Favorit, aber wir wollen dem Gegner Kopfschmerzen bereiten", erklärte Trainer Kosta Runjaic. Mal sehen, ob es Leverkusen ein Mittel dagegen gibt.

Finaltraum gegen Titelwunsch

Der VfL Wolfsburg, der im Vorjahr im Halbfinale am FC Bayern scheiterte, muss bei 1899 Hoffenheim antreten. Geht es nach dem Tabellenstand in der Bundesliga - Sechster gegen den Elften - sind die Wölfe das bessere Team. Für Hoffenheim wäre der Pokal die Möglichkeit, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte am Europapokal teilzunehmen. Dazu könnte wohlmöglich bereits die Finalteilnahme reichen. Für die Wolfsburger, die es wohl auch über die Liga zumindest in die Europa League schaffen werden, ist eher der Pokalsieg interessant. Nach der Sensations-Meisterschaft von 2009, könnte ein weiterer Titel das Profil des Volkswagen-Clubs weiter schärfen.

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