Verleihung des Negativpreises „Saure Gurke“ 2017 - Laudatio im Wortlaut | Herbsttreffen 2017 | DW | 18.11.2017
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Herbsttreffen 2017

Verleihung des Negativpreises „Saure Gurke“ 2017 - Laudatio im Wortlaut

Die Teilnehmerinnen des 40. Herbsttreffens der Medienfrauen sind stolz, auch in diesem Jahr den begehrten Wanderpreis „Saure Gurke“ verleihen zu können.

Der Preis geht an Claus Kleber, Moderator des „heute-journal“ im ZDF. Ausgezeichnet wird das Interview mit Maria Furtwängler in der Sendung vom 12. Juli 2017.

Begründung: Der Moderator geht in das Interview mit einer klaren Vorstellung vom Ausgang des Gesprächs, überhört deshalb großzügig Maria Furtwänglers Antworten. Von Argumenten oder Fakten lässt er sich nicht irritieren. Denn Claus Kleber weiß es: Schließlich ist er „Vater zweier Töchter“ (Zitat).

Ebenso väterlich stellt er sich schützend vor das Fernsehpublikum. Denn es droht Umerziehung, wenn aus der Furtwängler-Studie die Konsequenz gezogen würde: gleich viele Frauen wie Männer in allen Rollen auf dem Bildschirm.

Und Claus Kleber denkt weiter: Der Gender-Mainstreaming-Experte (er kann das stolperfrei aussprechen) sorgt sich auch um die Zukunft des Kinderprogramms. Scharfsinnig fragt er Maria Furtwängler: Soll in Zukunft auch für Trickfilm-Ameisen eine Frauenquote gelten? Fürsorglich beendet er das Interview mit dem „Schlussakkord“: Aber Benjamin Blümchen bleibt männlich.

Es gibt nur eine „Saure Gurke“, aber eine lobende Erwähnung verdient auch die Redaktion der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ für den Auftaktbeitrag zur Reihe „Wähl mich!“, gesendet am 14. August 2017.

Begründung: Munter setzt sich die Redaktion darüber hinweg, dass die deutsche Sprache männliche und weibliche Formen hat. Das ist wirklich gelungen: nur Frauen im Bild, nur Männer im Text. Ein echt trendiges Retro-Stück!

Wir gratulieren.

Maria Furtwängler Vorstellung Studie zur Geschlechterfrage im Fernsehen (picture-alliance/dpa/B. Pedersen)

Maria Furtwängler bei der Vorstellung ihrer Studie am 12. Juli 2017 in Berlin

Der Negativpreis „Saure Gurke“ wird seit 1980 jährlich auf den Herbsttreffen der Medienfrauen verliehen. Er soll bewirken, dass eine diskriminierende Darstellung von Frauen aus den Produktionen und Sendungen öffentlich-rechtlicher Sender verschwindet. Frauen müssen realistisch und respektvoll jenseits alter Rollenklischees dargestellt und wahrgenommen werden. Die „Saure Gurke“ soll dieses Bewusstsein stärken.

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