Verheerende Brände wüten weiter am Mittelmeer | Aktuell Europa | DW | 02.08.2021
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Mittelmeerregion

Verheerende Brände wüten weiter am Mittelmeer

Die Feuerwehr versucht in Griechenland, Italien und der Türkei hunderte Brände einzudämmen. Zugleich macht den Menschen die große Hitze mit Tagestemperaturen von vielerorts über 40 Grad zu schaffen.

Griechenland | Waldbrände | Ziria

Löscheinsatz bei Patras auf dem Pelepones

Trockenheit und starker Wind sorgten gepaart mit der Hitze dafür, dass sich die Flammen schnell ausbreiten konnten. Im Süden der Türkei wurden erneut dutzende Hotels und Dörfer evakuiert. In Bodrum mussten die Menschen aus einem ganzen Stadtviertel vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden, 540 Menschen wurden per Boot über das Mittelmeer aus der Gefahrenzone gebracht, weil die Straßen nicht mehr benutzbar waren. In den Touristenregionen Antalya und Mugla lodern weiter Feuer, während sie in anderen Teilen des Landes laut türkischen Regierungsangaben unter Kontrolle sind. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Brände vor fünf Tagen stieg inzwischen auf mindestens acht.

Für die Türkei sind es die schlimmsten Brände seit gut einem Jahrzehnt. Seit Jahresbeginn wurden nach Behördenangaben fast 95.000 Hektar Fläche durch Brände zerstört. In den Jahren 2008 bis 2020 waren es im selben Zeitraum durchschnittlich nur rund 13.000 Hektar.

Türkei | Waldbrände | Marmaris

Kampf gegen die Flammen in der Nähe der türkischen Stadt Marmaris in der Provinz Mugla

Italien meldete über 800 Brände in den südlichen Regionen Apulien, Kalabrien und Kampanien sowie im mittelitalienischen Latium mit der Hauptstadt Rom. Am stärksten betroffen ist Sizilien mit allein mindestens 250 Bränden. Vor allem im Osten um die Stadt Catania richteten die Flammen schwere Zerstörungen an, auch in Ferienanlagen an Stränden. Regierungschef Mario Draghi unterschrieb ein Dekret und gab damit den Weg frei, damit weitere Feuerwehr-Trupps aus anderen Regionen nach Sizilien zur Hilfe entsandt werden konnten.

Kein Ende der Gluthitze in Griechenland in Sicht

Auf dem griechischen Peloponnes mussten Einwohner und Touristen in Sicherheit gebracht werden. Fünf Dörfer in der Nähe der Stadt Patras mussten evakuiert werden. Auch aus dem kleinen Badeort Loggos wurden fast hundert Einwohner und Touristen in die nahe gelegene Stadt Egio gebracht. Auf der Ferieninsel Rhodos ist ein bereits am Sonntag ausgebrochener Großbrand außer Kontrolle geraten, wie die Feuerwehr mitteilte. Hotelanlagen sind auf Rhodos bislang nicht von dem Brand und der starken Rauchbildung betroffen. Der Zivildienst ordnete jedoch die Evakuierung von drei Dörfern im Westen der Inselhauptstadt Rhodos-Stadt an.

Griechenland | Waldbrände | Lambiri

Ausgebrannt - Lambiri bei Patras

Griechenland kämpft zudem mit extrem hohen Temperaturen: Am Montag und am Dienstag werden Tageshöchstwerte von bis zu 44 Grad erwartet und ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht. Mindestens bis zum nächsten Wochenende soll laut Wettervorhersagen die glühende Hitze bleiben.

Türkei | Waldbrände | Marmaris | Evakuierung

In Sicherheit gebracht - Menschen aus dem Brandgebiet bei Marmaris

Fast alle Meteorologen des Landes sprechen bereits von einer "historischen Hitzewelle" und vergleichen die Dauer und die hohen Temperaturen mit denen im Jahr 1987. Damals waren in Griechenland nach mehreren Tagen mit Werten über 40 Grad Schätzungen nach mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen. Einige Meteorologen befürchten sogar, die Thermometer könnten in den kommenden Tagen einen neuen Rekord in Europa zeigen. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden. Das ist die bislang höchste in Europa gemessene Temperatur. Das Gefährliche ist - sagen Ärzte -, dass die Temperatur derzeit auch nachts nicht unter 30 Grad fällt. So kann sich der Körper nach mehreren Tagen der Anstrengung durch die Hitze nicht erholen.

 qu/kle (afp, dpa, rtr)

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