Verdi und Ryanair einigen sich auf Tarifvertrag für deutsches Personal | Wirtschaft | DW | 08.11.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Ryanair

Verdi und Ryanair einigen sich auf Tarifvertrag für deutsches Personal

Fast ein Jahr lang haben die Gewerkschafter von Verdi und der Billigflieger Ryanair über die Tarifbedingungen des deutschen Kabinenpersonals verhandelt. Jetzt diskutieren die Verdi Mitglieder bei Ryanair die Ergebnisse.

 (picture-alliance/dpa/Bela/V. Lefour)

Flugzeuge der Airline Ryanair auf dem Flughafen Charleroi in Belgien

Eine Verdi-Sprecherin sagte, die Tarifparteien hätten wichtige "Eckpunkte" wie die Anwendung von deutschem Arbeitsrecht, Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und Gehaltserhöhungen sowohl für die festangestellten Kabinenbeschäftigten als auch für Leiharbeitnehmer festgelegt. Die Vereinbarung werde gegenwärtig mit den Verdi-Mitgliedern bei Ryanair diskutiert. Eine Entscheidung werde nach Befragung der Mitglieder am 13. November erfolgen.

Die Verhandlungen betreffen rund 1000 deutsche Flugbegleiter. Mit der Vereinbarung könnten erstmals Absicherungen bei Versetzungen, Abfindungen und Wiedereinstellungen sozialplanmäßig geregelt werden. Problematisch ist laut Verdi, dass Ryanair nach wie vor keine Betriebsräte zulasse. Zuletzt hatten Teile des Kabinenpersonals im September dieses Jahres in mehreren europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, die Arbeit niedergelegt.

Flugausfälle wegen Streik

Der Streik sorgte vor allem an dem Berliner Flughafen Schönefeld für Flugausfälle: 52 von 92 Starts und Landungen mussten gestrichen werden. Europaweit wurden im August dieses Jahres rund 400 Flüge mit täglich mehr als 2400 Verbindungen von Ryanair aus dem Programm genommen.Verdi begründete den Streik damals mit dem unzureichenden Angebot Ryanairs an das Personal. Die Fluglinie ist der größte Billiflieger Europas, dessen Maschinen 215 Flughäfen in 37 Ländern anfliegen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben 14.500 Menschen. 

Der Ryanair-Personalchef Eddie Wilson sagte, die Ergebnisse seien "weitere konkrete Anzeichen für die erheblichen Fortschritte, die Ryanair beim Abschluss von Vereinbarungen mit unseren Leuten und ihren Gewerkschaften in vielen verschiedenen EU-Ländern erzielt." Ryanair habe zuletzt auch Einigungen in Italien, Griechenland und Schweden erreicht.

ah/uh (afpd, dpa, rtr)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema