Venezuelas Staatschef Maduro entgeht mutmaßlichem Anschlag | Aktuell Amerika | DW | 04.08.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Südamerika

Venezuelas Staatschef Maduro entgeht mutmaßlichem Anschlag

Am Rande einer Militärparade kommt es in Caracas zu einer Explosion. Die Regierung spricht von einem Anschlag mit Drohnen gegen Staatschef Maduro. Der richtet schwere Vorwürfe gegen Kolumbiens Präsident Santos.

Video ansehen 02:03
Jetzt live
02:03 Min.

Venezuelas Präsident Maduro entgeht mutmaßlichem Anschlag

Auf Venezuelas Präsident Nicolas Maduro ist Regierungsangaben zufolge ein Anschlag verübt worden. Ihm und den anderen Regierungsmitgliedern sei nichts passiert und es gehe ihnen gut, sagte Informationsminister Jorge Rodriguez. Sieben Soldaten der Nationalgarde seien jedoch verletzt worden, als mit Sprengstoff ausgestattete Drohnen in der Nähe einer Veranstaltung des Militärs explodiert seien.

Maduro hielt dort gerade eine Rede. Er sprach über die Wirtschaftslage, als zunächst der Ton ausfiel. Er und andere Personen auf dem Podium schauten nach oben und wirkten erschrocken. Fernsehbilder zeigten Soldaten und Zuschauer, die in Panik wegliefen, ehe die Übertragung im staatlichen Fernsehen dann abgebrochen wurde.

"Bewegung der Flanell-Soldaten" bekennt sich

Eine bislang unbekannte Gruppe bekannte sich zu dem versuchten Attentat. Es verstoße gegen die "militärische Ehre", eine Regierung zu unterstützen, die "die Verfassung vergessen und aus dem Staatsdienst einen obszönen Weg zur Selbstbereicherung gemacht hat", hieß es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Unterzeichnet war sie von einer "Nationalen Bewegung der Flanell-Soldaten". 

Armut trotz riesiger Ölreserven

Venezuela steckt seit langem in einer schweren politischen und humanitären Krise. Das Land mit den größten Ölreserven der Welt leidet unter Hyperinflation. Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) könnte die Inflationsrate bis Jahresende bei einer Million Prozent liegen. Hunderttausende Venezolaner sind in den vergangenen Monaten vor Elend und Unterdrückung in die Nachbarstaaten geflohen. Kritiker im In- und Ausland werfen dem linksnationalistischen Präsidenten Maduro vor, durch die Entmachtung des Parlaments eine Diktatur errichtet zu haben.

Der Sozialist ließ sich im Mai für eine weitere fünfjährige Amtszeit im Amt bestätigen. Die Wahlen wurden von der Europäischen Union und anderen Staaten nicht anerkannt.

Schwere Vorwürfe gegen Präsident Santos

Nach dem Vorfall richtete Maduro schwere Vorwürfe an das benachbarte Kolumbien. "Es war ein Anschlag um mich zu töten, heute haben sie versucht mich umzubringen", sagte Maduro im Staatsfernsehen. Er habe "keinen Zweifel", dass der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos dahinter stecke. Die "Geldgeber" des "Attentats" säßen in den USA. Mehrere Verdächtige seien festgenommen worden. Kolumbiens Regierung wies die Vorwürfe kategorisch zurück. "Das entbehrt jeder Grundlage", sagte ein Sprecher in Bogotá.

Venezuela Attentat auf Präsident Maduro (Videostill) (Reuters/Venezuelan Goverment)

Abruptes Ende einer Veranstaltung - nach der Attacke auf Maduro fliehen Hunderte

Maduro beschuldigt regelmäßig die Opposition oder die USA, einen Staatsstreich gegen ihn zu planen. Die wirtschaftliche Misere seines Landes ist nach seiner Darstellung nur die Folge eines "Wirtschaftskrieges", den das Ausland gegen ihn und sein Land führe.

Russland verurteilte das mutmaßliche Attentat. Das russische Außenministerium erklärte, die Anwendung "terroristischer Methoden als Werkzeug politischer Kämpfe" werde "kategorisch" abgelehnt. 

haz/ie (rtr, afp, dpa)

Audio und Video zum Thema