Venezuelas Nachbarstaaten suchen nach Lösungen für Flüchtlingskrise | Aktuell Amerika | DW | 04.09.2018
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Wirtschaftskrise in Venzuela

Venezuelas Nachbarstaaten suchen nach Lösungen für Flüchtlingskrise

Mehr als zwei Millionen Menschen sind bereits aus Venezuela geflohen. Die Nachbarländer suchen jetzt auf einer Konferenz nach Hilfe und Lösungen. Von der Regierung Venezuelas können sie keinen Beitrag dazu erwarten.

Peru Migranten aus Venezuela an der Grenze (picture-alliance/AP Photo/M. Mejia)

Flüchtlinge aus Venezuela an der Grenze zu Peru

Für die Regierung von Venezuela selbst ist die Flüchtlingswelle gar kein Thema. Sie hat keinen Vertreter zur Konferenz nach Ecuador geschickt und kritisiert das Treffen sogar. Informationsminister Jorge Rodríguez sagte in Caracas, seine ausgewanderten Landsleute würden im Ausland häufig diskriminiert: "Sie stecken sie in Lager und machen Fotos von ihnen für die Akten." Und Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die Schwester von Informationsminister Rodríguez, erklärte, die angebliche humanitäre Krise in Venezuela sei nur eine Erfindung, um eine Intervention zu rechtfertigen.

Aktuelle Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bereits mindestens 2,3 Millionen Menschen das Land verlassen. Die venezolanische Opposition geht sogar von bis zu vier Millionen Flüchtlingen aus. Das wären über zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

Ecuador | Treffen von Vertretern lateinamerikanischer Staaten zum Thema - Flüchtlingswelle aus Venezuela - (Getty Images/AFP/C. Vega)

An der Konferenz in Ecuador nimmt aus Venezuela kein Regierungsvertreter teil

Kolumbien fordert UN-Sondergesandten

Die Anrainerstaaten, in die sich viele der Menschen geflüchtet haben, sind von dem Ansturm zunehmend überfordert. Allein das Nachbarland Kolumbien hat bereits über 935.000 Venezolaner aufgenommen. "Wir sind nicht in der Lage, mit dieser Migration alleine fertig zu werden", so der kolumbianische Außenminister Trujillo. Die Regierung in Bogotá hat darum gebeten, einen UN-Sondergesandten zu bestellen und einen internationalen Hilfsfonds aufzulegen. Mit ähnlichen Problemen sieht sich Peru konfrontiert, dort leben inzwischen mehr als 400.000 venezolanische Flüchtlinge.

Oft legen die Migranten Hunderte von Kilometern zu Fuß zurück, schlafen im Freien und haben auf ihrem Weg nicht genug zu essen und zu trinken. Durch die Konferenz wollen die Anrainerstaaten nicht nur nach Lösungen suchen, sondern auch den öffentlichen Druck erhöhen. "Wir müssen die Krise sichtbar machen und die finanziellen Hilfen in die richtigen Wege leiten", sagte der geschäftsführende Außenminister von Ecuador, Andrés Terán.

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Wirtschaftskrise lässt Menschen verzweifeln

Venezuela steckt infolge von Ölpreisverfall und Misswirtschaft in einer tiefen Wirtschaftskrise. Hyperinflation, Knappheit bei Nahrungsmitteln und Medikamenten sowie Engpässe bei der Strom- und Wasserversorgung machen vielen Menschen zu schaffen. Die Opposition macht Präsident Nicolás Maduro verantwortlich und wirft ihm außerdem vor, die Demokratie in Venezuela auszuhebeln.

Für das laufende Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds mit einer Inflationsrate von einer Million Prozent. Außerdem könnte die venezolanische Wirtschaftsleistung um 18 Prozent einbrechen.

bru/stu (dpa, afp)

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