Venezuelas Übergangspräsident Guaidó schwört Freiwillige ein | Aktuell Amerika | DW | 16.02.2019
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Machtkampf in Venezuela

Venezuelas Übergangspräsident Guaidó schwört Freiwillige ein

Tausende Helfer haben Interimspräsident Guaidó in Caracas versprochen, bei der Verteilung von Hilfsgütern an Bedürftige mitzuwirken. Maduro sieht die Hilfe aus dem Ausland weiter als Vorwand für eine US-Intervention.

Die Anhänger Juan Guiadós haben dem selbsternannten Übergangspräsidenten bei einer Großveranstaltung in der venezolanischen Hauptstadt ihre Hilfe zugesagt. Tausende legten in Caracas öffentlich einen Schwur ab, bei der Verteilung von Hilfsgütern aus dem Ausland mitzuhelfen. Noch lagert die Hilfe jedoch jenseits der Grenzen in den Nachbarländern.

"Wir werden Brigaden aufstellen, die die Hilfsgüter ins Land bringen", sagte Guaidó vor seinen Unterstützern. Mit Hilfe der Gewerkschaft der Lastwagenfahrer würden die Lieferungen ab dem 23. Februar von den Sammelstellen in Kolumbien und Brasilien nach Venezuela geholt.

Venezuela Juan Guaido bei Veranstaltung mit freiwilligen Helfern zur Verteilung von Hilfsgütern in Caracas (Reuters/M. Bello)

Tausende Freiwillige stellen sich hinter Guaidó

Guaidó rief die Armee, die bislang fast geschlossen treu zum amtierenden Staatschef Nicolás Maduro steht, auf, sich an die Seite der Opposition zu stellen und die Hilfe durchzulassen. "Steht ihr auf der Seite eurer Familien oder der Volkes -oder des Thronräubers, der weiter lügt", fragte Guaidó mit Blick auf das Militär.

In der kolumbianischen Grenzstadt Cúcuta stehen schon jetzt tonnenweise Hilfsgüter bereit, vor allem aus den USA. Zwei C-17-Frachtflugzeuge der US-Armee mit weiterer Hilfe landeten am Samstag in Cúcuta. Insgesamt wollen die USA in den kommenden Tagen rund 200 Tonnen Hilfsgüter liefern.

Kolumbien USA stellen 200 Tonnen Hilfsgüter für Venezuela bereit (picture-alliance/AP Photo/F. Vergara)

Entladung einer C-17-Frachtmaschine auf dem Flughafen von Cúcuta

Maduro lässt Militäreinsatz an der Grenze vorbereiten

Der umstrittene Staatschef Nicolás Maduro hält die humanitäre Hilfe allerdings für einen Vorwand für eine militärische Intervention der USA und will sie nicht ins Land lassen. "Die Streitkräfte sind darauf vorbereitet, das Land zu verteidigen", sagte er.

Maduro betonte, er werde mit Hilfe der Streitkräfte die Grenzsicherung verstärken und eine "US-Invasion" verhindern. Er wies die Armee an, einen "Sondereinsatzplan" für die rund 2200 Kilometer lange Grenze zu Kolumbien zu erstellen. Bei den jenseits der Grenzen angelieferten Hilfsgütern handele es sich um, "verfaulte und verseuchte Lebensmittel", versuchte Maduro Stimmung zu machen.

In Venezuela herrscht seit Jahren eine gravierende Versorgungskrise, obwohl das Land über die weltgrößten bekannten Ölvorkommen verfügt. Es fehlt an fast allem. Medikamente, Lebensmittel und andere Artikel des täglichen Bedarfs, sind kaum noch zu beschaffen. 

Parlamentschef Guaidó hatte sich am 23. Januar selbst zum Interimspräsidenten ernannt und Maduro damit offen herausgefordert. Zahlreiche Staaten, darunter die USA und Deutschland, haben ihn als rechtmäßigen Übergangsstaatschef anerkannt.

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz forderten die USA die Europäische Union als Gesamtheit noch einmal eindringlich auf, Guaidó gemeinsam als "einzigen legitimen Präsidenten Venezuelas" anzuerkennen. "Nicolás Maduro ist ein Diktator ohne legitimen Machtanspruch", sagte US-Vizepräsident Mike Pence über den amtierenden Staatschef.

qu/fab (dpa, afp, rtr, ap)

 

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