Venezuela will UN um Hilfe bitten | Aktuell Welt | DW | 21.09.2018
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Flüchtlingskrise

Venezuela will UN um Hilfe bitten

Es ist das Land mit den größten Erdölreserven weltweit. Jetzt hat Venezuelas Präsident Nicolas Maduro angekündigt, die UN um eine Hilfe von 500 Millionen Dollar zu bitten, um Flüchtlingen eine Heimkehr zu ermöglichen.

"Ich lade Sie ein, Venezuela zu besuchen. Und ich werde Sie fragen, ob Sie mir 500 Millionen Dollar bringen können… Für all die venezolanischen Flüchtlinge, die in die Heimat zurückkehren wollen. Und sie wollen alle zurückkehren", schrieb Maduro in einer Nachricht an den UN-Vertreter Eduardo Stein, dem ehemaligen guatemaltekischen Vizepräsidenten.

Venezuela befindet sich in einer schweren Wirtschaftskrise mit einem dramatischen Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. Regierungsgegner machen die sozialistische Regierung unter Maduro für die Versorgungsengpässe und die aktuell weltweit höchste Inflation verantwortlich. Bei gewaltsamen Protesten wurden seit April mehr als 150 Menschen getötet. Mehr als 2,3 Millionen Venezolaner sind laut UN-Angaben vor der Krise auf der Flucht. Jeden Tag überqueren Hunderte Migranten die Grenzen zu den Nachbarländern Brasilien, Ecuador und Kolumbien.

Amnesty International: 8200 Tote in zwei Jahren

Zuvor hatte Amnesty International das Regime von Maduro für Tausende außergerichtliche Hinrichtungen verantwortlich gemacht. Staatliche Sicherheitskräfte griffen zu militärischen Mitteln, um angebliche Straftaten zu bekämpfen, heißt es in einem Bericht. Von 2015 bis Juni 2017 haben die Behörden demnach mehr als 8200 Bürger getötet, ohne dass es ein Gerichtsverfahren gegeben hätte. Die vermeintlichen Straftäter, meist Jugendliche und junge Männer, würden hauptsächlich in den städtischen Armenvierteln hingerichtet.

Ecuador Flüchtlinge aus Venezuela (Getty Images/AFP/L. Robayo)

Venezolanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Peru übernachten an der Panamericana

"Venezuela erlebt eine der schlimmsten Menschenrechtskrisen in der Geschichte des Landes", erklärte die Amerika-Direktorin von Amnesty, Erika Guevara-Rosas. 2016 habe Venezuela die höchste Mordrate in der Geschichte des Landes verzeichnet, heißt es in dem Bericht. Mehr als 21.700 Menschen kamen demnach gewaltsam ums Leben. 

nob/rb (afp, epd)

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