Venezuela setzt auf neue Währung im Kampf gegen Inflation | Aktuell Amerika | DW | 03.06.2018
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Geldpolitik

Venezuela setzt auf neue Währung im Kampf gegen Inflation

Die Inflation in Venezuela ist die höchste der Welt. Jetzt kommen neue Geldscheine, die das Problem weniger dramatisch aussehen lassen. Bei den Banknoten des "Bolívar soberano" fallen schlicht drei Nullen weg.

Der Termin für die Währungsumstellung wurde auf den 4. August festgelegt, wie die Regierung von Staatschef Nicolás Maduro mitteilte. Ursprünglich war die Reform für kommenden Montag geplant.

An der hohen Inflation kann eine solche Operation allerdings nichts ändern, sofern sie nicht mit einer echten Währungsreform verbunden ist. Von einer Inflation ist dann die Rede, wenn die Preise allgemein ansteigen und man sich für sein Geld immer weniger kaufen kann.

Die Inflationsrate ist astronomisch

Weil das Geld in Venezuela so rasant an Wert verliert, spricht man auch von einer Hyperinflation. Der Internationale Währungsfonds rechnet für das laufende Jahr mit einer Inflationsrate von mehr als 13.000 Prozent.

Wegen der dramatischen Geldentwertung ist es in diesen Tagen in der Hauptstadt Caracas üblich, dass die Menschen ganze Bündel von wertlos gewordenen Geldscheinen einfach auf die Straße werfen. Das lateinamerikanische Land verfügt über riesige Ölvorkommen. Dennoch steht es wirtschaftlich und sozial am Abgrund. Wegen der fehlenden Devisen können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden.

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Überleben ohne Bargeld in Venezuela

Noch mal sechs Jahre?

Internationale Organisationen warnen indes vor einer humanitären Krise. Staatschef Maduro wird vorgeworfen, er wolle eine Diktatur errichten. Vor zwei Wochen hatte sich der Sozialist trotz heftigen internationalen Protests in einer umstrittenen Wahl für weitere sechs Jahre im Amt bestätigen lassen. Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent.

haz/jmw (dpa)

 

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