Venedig - Eine Stadt versinkt | Nahaufnahme - Die aktuelle Reportage | DW | 11.02.2020
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Nahaufnahme

Venedig - Eine Stadt versinkt

Venedig steht unter Wasser; der Notstand ist ausgerufen. Die Lagunenstadt ist Beweis für die Verwegenheit des Menschen, die Natur zu bezwingen. Venedig dürfte es eigentlich gar nicht geben. Sie wurde mitten in eine Sumpflandschaft gebaut.

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Vor mehr als 1.000 Jahren entstanden inmitten einer Lagune an der norditalienischen Mittelmeerküste erste Holzhütten auf kleinen Inseln: die Vorläufer des heutigen Venedig. Später folgte dann aus Platzmangel die Erschließung neuer, künstlicher Flächen. Doch deren Bau war nicht einfach. Der Boden der Lagune besteht aus Ablagerungen und Schlamm - ein Baugrund in ständiger Bewegung. Trotzdem schafften es die venezianischen Baumeister, auf diesem unsicheren Grund Venedigs Paläste, Türme und Kathedralen zu errichten. Die gesamte Stadt steht auf einem Fundament aus Millionen von Holzpfählen, die die Gebäude im schlammigen Boden der Lagune verankern. Die Häuser selbst sind so konstruiert, dass sie Bewegungen bis hin zu Erdbeben weitgehend unbeschadet ausgleichen können. Doch das Wasser, auf dem die Venezianer ihre Stadt erbauten, wird immer wieder und immer mehr zur Bedrohung. Nicht zuletzt die Industrialisierung hat das natürliche Gleichgewicht der Lagune ins Wanken gebracht, zum Absacken des Untergrundes geführt und die Wirkung der Gezeiten verändert. Das Resultat ist ein um 24 Zentimeter höherer Wasserpegel in den Kanälen der Stadt im Vergleich zum Beginn ihrer Bauzeit. Hinzu kommen ständige Wasserbewegungen durch Kreuzfahrtschiffe und tausende Wassertaxis infolge des Massentourismus sowie ein klimabedingt steigender Meeresspiegel. Händeringend suchen Stadtplaner, Umweltwissenschaftler, Architekten und Ingenieure nach Lösungen, um Venedig und seine Bauten vor dem allmählichen Untergang zu bewahren.