Venedig - Ausverkauf eines Juwels | DokFilm | DW | 01.07.2018
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DokFilm

Venedig - Ausverkauf eines Juwels

Nur wenige Städte auf der Welt sind durch den Tourismus so sehr bedroht wie Venedig. Über 30 Millionen Besucher überrennen jährlich die Lagune, verdrängen die Einwohner, verschmutzen Luft und Wasser. Ein Albtraum - doch die Venezianer wehren sich.

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Bis zu 130.000 Touristen pro Tag tummeln sich zu Spitzenzeiten in der Lagunenstadt – fast dreimal so viele wie Einwohner. Die Infrastruktur passt sich immer mehr den Bedürfnissen der Touristen an, die Lebensqualität der Venezianer sinkt. Alles scheint sich dem Tourismus unterordnen zu müssen. Stündlich bringen turmhohe Kreuzfahrtschiffe tausende Menschen direkt auf die Insel. Die Einwohner verlassen hingegen das Zentrum. Innerhalb einer Generation ist die Bevölkerung fast um ein Drittel geschrumpft. Hinter dem Bilderbuchpanorama von Rialtobrücke und Markusplatz ist Venedig zum Geschäftsmodell geworden und kein Ort mehr, in dem die Einheimischen noch in gewohnter Lebensqualität leben können. Das Leben ist zu teuer, Arbeitsplätze gibt es, abgesehen vom Berufsfeld Tourismus, fast nur auf dem Festland. Die Venezianer finden keine erschwinglichen Wohnungen zur Miete mehr, denn die Eigentümer vermieten diese viel lukrativer, meist über Airbnb, an Touristen. Historische Gebäude werden indes als Hotels und Einkaufszentren verramscht. Läden, Restaurants und Cafés sind nur noch auf Urlauber zugeschnitten. Die Einwohner Venedigs wehren sich zunehmend. Allein 36 Bürgerinitiativen kämpfen gegen den Massentourismus.