″Vater der Taliban″ in Pakistan ermordet | Aktuell Asien | DW | 02.11.2018
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Pakistan

"Vater der Taliban" in Pakistan ermordet

Maulana Samiul Haq war über Jahrzehnte ein Vordenker der Islamisten und damit ein Ziehvater der Taliban. Wurde ihm zuletzt - in der aufgeheizten Atmosphäre Pakistans - seine Nähe zu Regierungschef Khan zum Verhängnis?

Nach Angaben seines Sohnes wurde Maulana Samiul Haq bei einem Angriff in seiner Wohnung in der Stadt Rawalpindi ermordet. Die beiden mutmaßlichen Täter hätten seinen Vater mit Messern schwer verletzt, sagte Hamidul Haq. Im Krankenhaus sei er dann den Verletzungen erlegen. In anderen Schilderungen ist auch von Schüssen auf den 81-jährigen die Rede. Über das Tatmotiv ist noch nichts bekannt.

Chef der "Dschihad-Universität"

Der islamistische Prediger hatte seit 1988 die radikale Koran-Schule Darul Uloom Haqqania in der Nähe der pakistanischen Stadt Peschawar geleitet. Das islamische Seminar wird auch als "Dschihad-Universität" bezeichnet, weil zahlreiche Taliban-Führer dort Schüler waren, unter anderem Taliban-Gründer Mullah Mohammad Omar. Haq setzte sich offen für eine Rückkehr der Taliban-Regimes in Afghanistan ein. Er war auch Chef der religiösen Hardliner-Partei Jamiat Ulema-e-Islam (JUI-S) und saß mehrere Jahre lang im pakistanischen Senat, dem Oberhaus der Volksvertretung in Islamabad.

Verschärfung der Lage in Pakistan?

Pakistan wird seit Tagen von Anti-Blasphemie-Protesten erschüttert. Es ist unklar, wieweit es einen Zusammenhang zwischen den landesweiten, gewaltsamen Demonstrationen gegen den Freispruch der Christin Asia Bibi und der Ermordung des radikalen Klerikers gibt. Haq hatte sich vor kurzem mit der Partei von Premierminister Imran Khan verbündet, gegen die sich die Proteste richten. Sein Tod könnte die angespannte Situation in Pakistan noch verschärfen.

sti/uh (dpa, epd, rtr)